Kommentar von CHRISTIAN SEMLER
Ein weiteres Mal scheint es der Bundeskanzlerin zu gelingen, ihr wichtigstes Regierungsinstrument, die lange Bank, zum Zwecke der Krisenbewältigung einzusetzen. Am Montag teilte das Präsidium des Bundes der Vertriebenen (BdV) mit, es werde bei der Sitzung am Dienstag zwar über die Nominierung Erika Steinbachs für den Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" entscheiden. Ob diese Entscheidung aber in ihrer Benennung bestehen wird oder ob diese erneut verschoben wird, sei "ergebnisoffen".
Bei einer Verschiebung würde Angela Merkel Zeit gewinnen. Sie könnte sie nutzen, um die drohende Koalitionskrise mit der FDP abzuwenden, die weiterhin bei ihrem Nein zur Bestellung Erika Steinbachs bleibt.
Für die weitere - und zwar möglichst lang andauernde - Vakanz des Stiftungssitzes für Erika Steinbach sprechen aber nicht nur parteitaktische Momente des Augenblicks. Dem Bund der Vertriebenen könnte der leere Stuhl als "sichtbares Zeichen" ihres Anspruchs dienen, auf die Nominierung der ihnen zustehenden Sitze frei entscheiden zu können. Die Stiftung hingegen könnte endlich mit der Arbeit beginnen. Mit deren Ergebnissen würden die Chancen wachsen, die Stiftung als unabhängiges Unternehmen zu etablieren - unabhängig auch von politischen Einflussnahmen des Vertriebenenverbandes.
Ein solches dilatorisches Vorgehen würde auch der polnischen Seite die Einsicht erleichtern, dass Erika Steinbach nicht die Mittel besitzt, die ihr von einem neurotischen Teil der polnischen Öffentlichkeit zugeschrieben werden. Je mehr die Stiftung den Verdacht entkräftet, die Deutschen wollten ihre Geschichte umschreiben und von Tätern zu Opfern werden, desto mehr wird das Schreckbild Erika Steinbach in der polnischen Öffentlichkeit verblassen. So dass sich dort schließlich kein Mensch mehr über die Besetzung eines Stiftungsbeirats in Deutschland echauffieren müsste.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
18.11.2009 20:10 | PedroCastello
NAch Genfer Konvention ist die Besatzungsmacht für alle militärischen und paramilitärischen Ausschreitungen im bentzten Geb ...
17.11.2009 12:59 | Karl-P. Schlor
Mein "Vorschreiber" Luftschloß hat völlig recht, es handelt sich hier um eine (feige) politische Ge ...
16.11.2009 21:48 | Luftschloss
"Je mehr die Stiftung den Verdacht entkräftet, die Deutschen wollten ihre Geschichte umschreiben und von Tätern zu Opfern w ...