Kommentar von KIRSTEN REINHARDT

Und fort mit dem Gefährt... Bild: cadonna/photocase
Wenn sich das Jahr zu Ende neigt und uns die Jahresrückblicke, die über Bildschirme flimmern und sich auf Zeitungsseiten breit machen, schon ab Anfang Dezember zu nerven beginnen, dann wird es auch bald Zeit für die Verkündung des Wortes. Natürlich nicht das Gottes – wen interessiert in der Weihnachtzeit schon die Kirche. Nein, es geht um das "Wort des Jahres", dass jetzt mit großer medialer Aufmerksamkeit von der Gesellschaft für deutschen Sprache (GfdS) gekürt und verkündet wird. Und hier ist es: Abwrackprämie.
Moment, werden Sie vielleicht denken. Abwrackpämie? Diese Radfahrer diskriminierende, ökologisch fragwürdige und überhaupt ziemlich umstrittene Maßnahme der Bundesregierung zur Förderung der deutschen Automobilindustrie zur Zeiten der Krise? Ist das nicht eher ein Kandidat für das "Unwort des Jahres"?
Das "Unwort des Jahres", eine Art Anti-"Wort des Jahres", wird immer im Januar von einem Institut der Universität Frankfurt ausgewählt und kann als kritische Antwort auf das "Wort" betrachtet werden. So ein sprachlicher Missgriff muss "sachlich grob unangemessen" sein und "möglicherweise die Menschenwürde verletzen". Wie zum Beispiel die "Herdprämie" im Jahr 2007 "notleidende Banken“ 2008.
1. Abwrackprämie / 2. kriegsähnliche Zustände / 3. Schweinegrippe / 4. Bad Bank / 5. Weltklimagipfel / 6. Deutschland ist Europameisterin / 7. twittern / 8. Studium Bolognese / 9. Wachstumsbeschleunigungsgesetz / 10. Haste mal ’ne Milliarde?
Aber genau tat die Abwrackprämie, oder Umweltprämie, wie sie offiziell heißt, ja. Die finanzielle Unterstützung für den Kauf eines Neuwagens kam allein Autobesitzern zugute Und es wurde den gesunden Meschenverstand verletzend lächerliche Bedingungen an die Co2-Emission dieses Neuwagens geknüpft. Eine Unart, das. Und ein "Unwort".
Kandidaten für das eigentlich unkritische"Wort des Jahres" sind Wörter, die "die öffentliche Diskussion besonders bestimmt haben" und die für "wichtige Themen stehen", so schreibt es die GfdS auf ihrer Webseite. Wenn nicht Abwrackprämie, was wäre dann ein geeignetes Wort für das Jahr 2009? Eines, das charakteristisch ist und oft gesagt wurde? Obama vielleicht. Oder noch besser: Michael Jackson.
Die Gefahr für Ungarns einzigen oppositionellen Rundfunksender scheint gebannt. Ein umstrittener Passus in einer Gesetzesnovelle scheitert im Parlament.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
19.12.2009 21:22 | Bibi
Österreichisches Wort des Jahre: Audimaxismus ...
18.12.2009 15:00 | Simon
Schweinegrippe -.-