Altonas SPD stimmt Afrikaner-Hilfe zu

HILFE Das Bezirksamt Altona bewilligt 3.000 Euro für die Unterstützung der afrikanischen Flüchtlinge in der St. Pauli-Kirche. Die Kirche finanziert die Unterbringungskosten aus zusätzlichen Spenden

Die St. Pauli Kirche am Pinnasberg, auf deren Gelände seit Anfang Juni rund 80 Kriegsflüchtlingen aus Libyen leben und nachts Obdach finden, bekommt erstmals öffentliche Unterstützung. Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona gab per einstimmigem Beschluss 3.000 Euro für Strom, Wasser und Müllgebühren frei.

„Wir waren immer schon im Dialog vor Ort“

KERSTIN GODENSCHWEGE, BEZIRKSAMT ALTONA

Pastor Sieghard Wilm hatte ein Gesuch an die Bezirksverwaltung gerichtet, das diese mit positivem Votum dem Hauptausschuss vorgelegt hatte. „Wir waren immer schon im Dialog vor Ort, die Fraktionen haben sich sehr bemüht“, sagt Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege. So habe sich der Bezirk schon um gesundheitliche Belange gekümmert, nachdem die Bezirksversammlung auf Antrag der Linkspartei gegen die Stimmen der SPD ein Abschiebe-Moratorium gefordert hatte.

„Die Kirche hatte signalisiert, dass es Probleme bei den sanitären Anlagen wie Duschen gebe“, sagt Godenschwege. Die 3.000 Euro Soforthilfe kommen aus dem Topf „Sicherheitskonferenz“, aus dem der Bezirk Altona Sonder-Maßnahmen finanziert – eine zusätzliche Laterne an der dunklen Ecke oder Selbstverteidigungstraining für junge Frauen.

Ansonsten finanziert die Gemeinde ihr Engagement allein aus zusätzlichen Spenden. „Da wird nichts von der Kirchensteuer angetastet“, sagt Pastor Sieghard Wilm. „Bisher war sogar Geld vorhanden, die Beköstigung von 200 Flüchtlingen an einem anderen Ort zu finanzieren“, so Wilm „Ich hoffe es bleibt so, wir wissen ja nicht, wie lange es noch dauert.“