DIE ZERLEGTE ZAHL

60 Billionen

So hoch könnten die Schäden in Dollar sein, falls Methan in der Arktis schmilzt

Hamburg, London, Amsterdam, Oslo: zerstört von einem Tsunami, weil sich tief im Meer Methanhydratfelder auflösen, die eigentlich die Kontinentalsockel stützen. Die rutschen nun ab – Riesenwelle.

So geschehen 2004, zum Glück fiktiv, in Frank Schätzings Roman Der Schwarm. Seitdem sind Methanapokalypsen weitgehend aus der Mode. Diese Woche allerdings veröffentlichten Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature eine handfeste Zahl dazu: 60 Billionen Dollar. So hoch könnte der globale Schaden sein, sollten Methanhydratfelder im Arktischen Meer schmelzen. Das gilt als nicht unwahrscheinlich, weil das Eis seit Jahren zurückgeht. Darunter sollen sich bis zu 50 Milliarden Tonnen in Wassereis eingeschlossenes Methan befinden. Die Folge einer Schmelze wäre kein Tsunami, sondern ein heftigerer Klimawandel, der sich selbst verstärkt: Methan ist ein Treibhausgas, 25-mal wirksamer als CO2. Die Forscher berechneten die Schäden mit einer verbesserten Version des Modells, mit dem der Ökonom Nicholas Stern 2006 die Folgekosten des Klimawandels kalkulierte. INGO ARZT