Hannah Arendt in Bildern

Der israelische Künstler Shy Abady nähert sich in seinem Werk der jüdischen Denkerin, wie eine Ausstellung der Heinrich-Böll-Stiftung zum 100. Jahrestag Arendts zeigt

Ihren 100. Geburtstag hätte Hannah Arendt (1906 - 1975) in diesem Jahr gefeiert. Doch auch über 30 Jahre nach dem Tod der jüdischen Politologin haben ihre Schriften nichts von ihrer Brisanz verloren. „In Israel hatte sie sehr lange keinen guten Stand“, berichtet Peter Rüdel von der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen. Die später in die USA emigrierte deutsche Theoretikerin stieß mit ihrer Zionismuskritik und ihrem Werk zum Eichmann-Prozess bei den Israelis größtenteils auf Ablehnung. Arendt sprach in ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem“ von der „Banalität des Bösen“, was große Kontroversen in intellektuellen Kreisen hervorrief.

Doch mit dem Generationenwechsel kommt es zu einem vermehrten Interesse an der vielschichtigen Denkerin. „Unter der jüngeren Generation in Israel ist nun ein neues Interesse an der Person Hannah Arendt als Jüdin entstanden“, so Rüdel.

Der israelische Maler Shy Abady wurde über Arendts Buch zum Eichmann-Prozess auf die Politologin aufmerksam. Nun nähert sich der Künstler Hannah Arendt in seinen Bildern. In einer Porträtreihe verwendet er Photos als Ausgangsmaterial, in anderen Werken bildet er Gegenstände ab, die sich symbolisch auf das Leben und die Theorien Arendts beziehen. „Man erkennt die Leidenschaft des Künstlers für die Person Arendt“, meint Rüdel. Abadys Werkreihe „The Hannah Arendt Projekt“ ist im Rahmen einer Ausstellung des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken und der Heinrich-Böll- Stiftung Bremen in der Plantage 13 zu sehen. Heute um 19:00 Uhr wird die Ausstellung mit einem Vortrag von Waltraut Meints zum Thema „Hannah Arendt: Verbrechen gegen die Menschheit und die Banalität des Bösen“ eröffnet.