Gysi deutet an, dass Lafontaine nicht mehr als Parteichef kandidieren wird. Geschäftsführer Bartsch soll stellvertretender Fraktionschef sein, Lötzsch und Ernst mehr Bedeutung bekommen.von STEFAN REINECKE
BERLIN tazDie Linkspartei sortiert sich nach dem Kampf um Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch neu und bemüht sich um Befriedung. Offenbar will Bartsch nun doch das Angebot von Fraktionschef Gregor Gysi annehmen und einer von sieben Fraktionsvize werden. Die Wahl war für Donnerstagabend anberaumt und fand damit nach dem Redaktionsschluss dieser Zeitung statt.
Dass Bartsch gewählt wird, galt Donnerstagnachmittag als sicher. Die Fraktion kann es sich nicht leisten, ihren Chef Gysi zu demontieren. Gysi hatte Bartsch diesen Posten bereits öffentlich angeboten. Vor allem ostdeutsche Linksparteipolitiker hatten den Druck auf Bartsch als Kampagne kritisiert und den intrigenhaften Stil der Auseinandersetzung attackiert.
Ob Lafontaine Parteichef bleibt, ist weiterhin offen. Allerdings erklärte Gregor Gysi am Mittwochabend in N 24, dass Lafontaine, der im November eine Krebsoperation überstand, sich bereits entschieden habe und sich bald äußern werde. Gysi betonte, dass Lafontaine auch als Fraktionschef der saarländischen Linksfraktion "erfolgreich Bundespolitik machen kann". Dies kann man als Andeutung verstehen, dass Lafontaine aus gesundheitlichen Gründen im Mai beim Parteitag nicht mehr als Parteichef kandidieren wird.
Lafontaine war am Dienstag beim Neujahrsempfang der Linkspartei in Saarbrücken seit längerem erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Dort hatte er die politische Richtung der Linkspartei skizziert - sich aber nicht zu seiner politischen Zukunft geäußert.
Die Parteispitze in Berlin arbeitet seit Bartschs Demontage als Bundesgeschäftsführer bereits an einem neuen Personaltableau. Allerdings finden diese Sondierungen, solange Lafontaines Rolle unklar ist, sämtlich unter Vorbehalt statt. Laut Information der taz unterstützt Lafontaine, dass die Berliner Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch und der WASG-Mitbegründer Klaus Ernst künftig eine Schlüsselrolle in der Linkspartei spielen sollen.
Die Emanzipatorischen Linken, ein loser Zusammenschluss undogmatischer Kräfte in der Partei, warnt in einem Positionspapier davor, dass die Kampagne gegen Bartsch in der Partei Schule machen kann. "Wenn wir so vorgehen, kann jeder jederzeit aus jeder Position gekippt werden", so die Autoren Christoph Spehr und Julia Bonk. (www.ema.li). Außerdem kritisieren sie jede "Form des Personenkults".
Am Donnerstag müssen die Iren Ja oder Nein zum EU-Fiskalpakt sagen. Aber das mit dem Nein ist in diesem Land eine komplizierte Sache. von Ralf Sotscheck

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
23.01.2010 18:14 | Schlomo
@momo ...
22.01.2010 00:02 | Momo
Sie schreiben: ...
22.01.2010 00:01 | Momo
Sie schreiben: ...