Kommentar von MARTIN KAUL
Wie ernst es der wirtschaftsnahe Stifterverband mit seinem bildungspolitischen Sozialplädoyer wirklich meint - na ja. Die Kritik aus der Wirtschaft an dem geplanten Stipendienprogramm der Bundesregierung aber wirft ein Licht auf das schwarz-gelbe Bildungsverständnis von vorgestern. Die Regierungsparteien hatten sich "BILDUNG" auf die erste Seite ihres Koalitionsvertrages geschrieben. Bildungsministerin Schavan (CDU) redet ohne Unterlass von "Bildungsgerechtigkeit". Tatsächlich aber verbirgt sich hinter ihrem Gerechtigkeitsbegriff ein Leistungsverständnis, das an den Standesdünkel des Kaiserreichs erinnert.
Auch heute noch ist im deutschen Bildungssystem vor allem erfolgreich, wer aus gehobenem Hause stammt. Das will die Regierung weiter befördern. 10 Prozent der "besten" deutschen Studierenden will die schwarz-gelbe Koalition pauschal mit je 300 Euro im Monat unterstützen. Leistungen, Noten gut? Schön! Bedarf ja oder nein? Egal.
Diese gewollte Blindheit bevorzugt erneut diejenigen, die ohnehin privilegiert sind. Dabei weiß im dritten Jahrtausend jedeR: Leistung ist nicht die beste Note. Leistung ist, im Kontext seiner Möglichkeiten sein individuelles Potenzial zu entfalten.
Mit scharfem Blick gezielt denen zu helfen, die dies trotz widriger Bedingungen schaffen, das will die Bundesregierung aber nicht wagen. Sie hält die Autonomie der Hochschulen, die die "Besten" auswählen sollen, für höherrangig als das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes.
Faktisch werden Zehntausende von Kindern, Jugendlichen und potenziellen Studierenden kleingehalten. Weil ihre Begabungen nicht in den Blick geraten. Auch dank des bildungspolitischen Blendwerks von Schwarz-Gelb.
Die Linkspartei braucht eine Führung, die Streit moderieren kann und Autorität hat. Das Duo Schwabedissen/Kipping wäre ein Zeichen für eine Neuerfindung. von Stefan Reinecke
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
23.01.2010 11:49 | hto
"Faktisch werden ..." - Intelligenz / kollektive Intelligenz, ist nur wichtig, wo Wettbewerb und "gesundes" / "individualbe ...
22.01.2010 14:43 | Andreas Suttor
Auch ich bin von der angestrebten und auch teilweise durchgeführten Bildungspolitik alles andere als begeistert. Aber der i ...
21.01.2010 23:42 | Curacao
"Faktisch werden Zehntausende von Kindern, Jugendlichen und potenziellen Studierenden kleingehalten." ...