Schon jetzt lesen die Algorithmen des Konzerns Google jede neue Webmail-Nachricht, um passende Werbung einzublenden. Nun nutzt Google auch Teile des Archivs.von Ben Schwan

Konzern liest mit: Google schnüffelt automatisiert in den Mails seiner Nutzer. Bild: dpa
Die Überschrift klingt Google-typisch harmlos: "Bessere Anzeigen bei Google Mail" lautet sie übersetzt. In dem Blog-Posting erläutert ein Mitarbeiter des Internet-Konzerns, dass künftig nicht nur die jeweils angezeigte Nachricht bei dem kostenlosen Webmail-Dienst automatisch durchsucht wird, um passende Reklame einzublenden, sondern auch alle anderen aktuell im Postkasten sichtbaren. "Auf diese Art wollen wir relevantere Werbung darstellen", lautet die Begründung. Wer beispielsweise aktuell eine Nachricht mit einem Geburtstagsgruß liest, zu dem Google gerade keine passende Reklame findet, könnte dann Werbung für Hotels in einer Stadt angezeigt bekommen, von der eine frühere E-Mail handelte.
Dass Google bei seinem Webmail-Dienst alle Nachrichten durchforstet, um relevante Reklame anzuzeigen, ist an sich nichts Neues. Das tut der Konzern schon seit dem Start von Google Mail - mit der Begründung, das Gratis-Angebot ja irgendwie finanzieren zu müssen. So lange sehen auch Datenschützer die Werbeform kritisch: Es sei unklar, was Google wie lange vorhalte. Mit Beginn der Durchsuchung von Teilen des persönlichen Mail-Archivs dürfte Nutzern, die auf ihre Privatsphäre bedacht sind, noch etwas mulmiger werden.
Google betont, dass nach wie vor "kein Mensch bei der Auswahl der Reklame involviert" sei; die Funktion arbeite ähnlich automatisiert "wie ein Spam-Filter oder eine Rechtschreibprüfung". Persönliche Informationen oder Mails würden nicht mit Werbetreibenden geteilt. Mit Behörden allerdings schon: So gab es im vergangenen Jahr vor einem US-Gericht ein Verfahren gegen einen Banker, dessen eigentlich bereits gelöschte Google Mail-Botschaften, die der Internet-Konzern auf Anordnung per CD bereitstellte, beinahe zum Beweismittel geworden wären.
Alternativen zu Google Mail gibt es reichlich. So ist der Internet-Konzern längst nicht mehr der einzige Anbieter, der Speicherplatz im Gigabyte-Bereich verschenkt - so kann man auch bei Yahoo Mail inzwischen nahezu unbeschränkt und kostenlos seine Botschaften abladen. In Sachen Bedienkomfort gilt das Produkt des Internet-Riesen Experten allerdings nach wie vor als alternativlos: Es gibt zahllose Zusatzfunktionen, eine leicht zu bedienende Tastatursteuerung und ein gut funktionierendes Archiv, das Googles bekannt starke Suchtechnik nutzt. Dafür zahlt der Google-Nutzer allerdings - wie immer - indirekt mit seinen Daten.
Das Archiv der „New York Times“ ist ein Hort von Geheimnissen und schönen alten Bildern. Natürlich analog. Digital ist anders, kann aber mindestens genauso begeistern. von Frauke Böger

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
08.02.2010 12:00 | Felix Nagel
Nochmal zum mitschreiben für euch ganzen pseudo Technik affinen "Journalisten": ...
04.02.2010 14:47 | phanthomas
@von Die Lösung: Es geht um die Daten, die Google sammelt und nicht darum, dass Werbung irgendwo eingeblendet wird. Weder A ...
04.02.2010 12:05 | ölf
@Die Lösung: die angezeigte Werbung ist ja nur der sichtbare Auswuchs der Datenauswertung, die Google da betreibt, die kann ...