Mohammed-Karikaturen

Imam geißelt Ausschreitungen

Der Leiter des Islamischen Zentrums in Hamburg, Ayatollah Seyyed Abbas Ghaemmaghami, hat die gewalttätigen Proteste gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen kritisiert. Zugleich verurteilte er „die Beleidigungen, die die Verhöhnung des Propheten Mohammed zum Ziel hatten, aufs Schärfste“. Die in einer dänischen Zeitung erschienenen und weiterverbreiteten Karikaturen gefährdeten „erfolgreiche Integration“.

Ghaemmaghami, der auch leitender Vorsitzender des Rats der islamischen Gemeinden (Schura) in Hamburg ist, schrieb gestern in einer Presseerklärung, die Muslime hätten „zutiefst verletzende Beleidigungen“ erfahren müssen. Das Recht auf Meinungsfreiheit „ist ohne Frage ein hohes und zu schützendes Gut“, betonte er. „Es ist aber auch ein nicht minder zu schätzendes Gut, den Schutz des Individuums und der Gruppe zum Zwecke des gesellschaftlichen Friedens zu gewährleisten“, so der Imam. Der Prophet Mohammed sei ein Hauptpfeiler islamischer Identität. Verletzungen dieses Identitätskerns durch Provokationen, die viele Menschen kränkten, „können im Sinne der gesellschaftlichen Räson nicht hingenommen werden“. Niemand habe das Recht, auch wenn er die Überzeugungen Andersdenkender nicht teilt, diese zu beleidigen.

Ghaemmaghami warnte, „Beleidigungen des Andenkens des Propheten spielen extremistischen Ansichten zu, die die Polarisierung für sich nutzen, um eine Kluft zwischen Muslimen und anderen Bürgern Europas zu schaffen“. Integration aber sei „für beide Seiten notwendig“. Der Imam forderte alle Muslime auf, sich „nicht zu gesetzeswidrigen und aggressiven Handlungen hinreißen zu lassen“. Angesichts der schwierigen Situation verlangte er von beiden Seiten verstärkte Bemühungen um Integration. „In der Gesellschaft müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich alle Menschen, auch die Minderheiten, sicher und wohl fühlen.“ Dazu gehöre gegenseitige Achtung voreinander. wei