Kommentar von PHILIPP GESSLER
Wir wissen nicht, ob Jesus jemals besoffen war - und wenn ja, wie viel Promille er dann hatte. Die Theologen aber weisen darauf hin, dass er den Evangelien zufolge - etwa bei der Hochzeit zu Kanaan - durchaus dem Feiern und dem Wein zugeneigt war. Ja es gab, wie die Bibel verrät, Kritiker des Nazareners, die ihm vorwarfen, zu viel Umgang mit Zechern zu pflegen. Abgesehen davon dürfte Jesus als Wanderrabbi die jüdischen Regeln zum kontrollierten Rausch, etwa zu Pessach, durchaus ernst genommen haben.
Nun ist die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, betrunken Auto gefahren. Das Problem ist dabei weniger der Rausch, der auch einem Christenmenschen nicht verwehrt werden sollte. Auch Oberhirten sollte er gelegentlich erlaubt sein, will man nicht als Pharisäer enden - und nebenbei: gehören für die bayerischen Bischöfe der anderen Volkskirche gelegentliche Gelage mit gutem Klosterbier nicht fast schon zur Jobbeschreibung?
Insofern ist dieser eine Alkoholexzess der Bischöfin nicht vorzuwerfen. Das ist, selbst in der Fastenzeit, eine lässliche Sünde. Problematisch ist vielmehr die Menge des Alkohols, die wohl einer guten Flasche Wein entspricht. Und es ist zuallererst die Tatsache, dass die Bischöfin mit dieser Menge Alkohol noch Auto gefahren ist - und Menschen damit gefährdet hat.
Das wird ihren Ruf schädigen. Viele werden Käßmann nun nicht mehr zuhören oder das Gesagte nicht mehr ernst nehmen - zumindest, wenn sie über das Thema Fasten oder gar über Sicherheit im Straßenverkehr redet. Aber es gibt noch wichtigere Themen in der kirchlichen Verkündigung, etwa der Appell zum Frieden und zur Gerechtigkeit. Es wäre schade, wenn Käßmanns Stimme wegen dieser einen Dummheit in den großen gesellschaftlichen Debatten fehlen würde.
Am Tag nach Lafontaines Abgang sucht die „Linke“ jetzt den „Dritten Weg“. Führen muss der jedenfalls endlich in eine Richtung: Nach vorne. von Tom Strohschneider

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Ausgerechnet Bildungsministerin Annette Schavan? Auch sie soll bei ihrer Doktorarbeit mit dem bezeichnenden Titel „Person und Gewissen“ gemogelt und abgekupfert haben. Sehen Sie hier: Einige Vorbilder und Nachahmer ...

Leserkommentare
24.02.2010 13:53 | Hans-Peter Gensichen
Was hat, außer Frau Käßmann, denn die Polizei da getan? Wieso meldet sie den Namen der Delinquentin der Presse? Ist das übl ...