Antimuslimische Demo in Newcastle

Pegida floppt auch in England

Gegen „eine deutsche Nazi-Gruppe im Nordosten Englands“: Pegida UK rief nach Newcastle, kaum jemand kam. Es fanden sich viele Gegendemonstranten ein.

Gegen deutsche und andere Nazis: Anti-Pegida-Protest in Newcastle. Bild: dpa

NEWCASTLE afp | Bei der ersten Demonstration eines britischen Pegida-Ablegers sind am Samstag in Newcastle fünfmal mehr Gegendemonstranten als Islam-Gegner erschienen. Etwa 375 Menschen waren dem Aufruf der Gruppe Pegida UK gefolgt, in der nordostenglischen Stadt gegen eine angebliche „Islamisierung“ Europas zu demonstrieren. Etwa 2.000 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen. Beide Demonstrationen seien ohne Probleme verlaufen, sagte Polizeisprecherin Laura Young.

Nach Angaben der Polizei wurden allerdings fünf Männer festgenommen. Es wurde nicht mitgeteilt, ob es sich bei den Festgenommenen um Pegida-Anhänger oder Gegendemonstranten handelte. Ihnen wurden gewaltsame Übergriffe, Friedensbruch sowie Trunkenheit und Ruhestörung vorgeworfen.

Pegida UK hatte laut ihrer Facebook-Seite mit 800 Teilnehmern gerechnet. Vor der Veranstaltung war die Zahl der Polizisten in der 280.000-Einwohner-Stadt Newcastle, wo am Samstag zudem ein Fußballspiel der englischen Premier League stattfand, aufgestockt worden.

Eine Mitorganisatorin von Pegida UK, Donna Trainor, erklärte bei der Demonstration: „Wir wollen, dass die Regierung Dschihadisten und muslimische Extremisten von unseren Straßen verjagt.“ Ihr oberstes Ziel sei es, „die britischen Werte und unsere Kultur zu schützen“.

English Defence League in der Defensive

Unter den Gegendemonstranten war der linke Politiker George Galloway. „Alle vernünftigen Leute in Großbritannien verurteilen die Idee, dass eine deutsche Nazi-Gruppe in den Nordosten Englands kommt, um zu versuchen, Unruhe zu stiften“, sagte er bei der Gegenkundgebung.

Die anti-islamische deutsche Pegida-Bewegung hat bereits in mehreren europäischen Ländern Nachahmer gefunden. Diese konnten aber nicht annähernd so viele Menschen für ihre Proteste mobilisieren wie die Organisatoren in Deutschland. Hierzulande beteiligten sich nach Behördenangaben seit Oktober vergangenen Jahres insgesamt rund 170.000 Menschen an den anti-islamischen Demonstrationen, die meisten davon in Ostdeutschland.

Die Pegida-Demonstrationen in Deutschland erreichten am 12. Januar mit 25.000 Teilnehmern in Dresden ihren Höhepunkt. In den meisten deutschen Städten war die Zahl der Gegendemonstranten stets höher als die Zahl der Pegida-Demonstranten.

In Großbritannien hatte es im Jahr 2013 mehrere Demonstrationen der anti-islamischen Gruppe English Defence League gegeben. Diese endeten meist in Zusammenstößen mit antifaschistischen Gegendemonstranten. Die Gruppe hat jedoch seit dem Rücktritt ihres Vorsitzenden Tommy Robinson im Oktober an Zulauf verloren. Robinson hatte seinen Rücktritt mit den lauter werdenden extremistischen Strömungen in der English Defence League begründet.

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Sie nennen sich Patrioten. Tausende demonstrieren regelmäßig in Dresden gegen eine angeblich drohende „Islamisierung des Abendlandes“.

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