Spitzenkandidat der Tierschutzpartei

Der Wachrüttler

Stefan Eck darf für die Tierschutzpartei ins EU-Parlament. Er will den Menschen die Augen öffnen – zur Not jedem Abgeordneten einzeln.

Die Tierschutzpartei: eher bei den Linken als bei den Grünen verortet. Bild: imago/Müller-Stauffenberg

Stefan Bernhard Eck will „auf dem Boden der Realität bleiben“. Der 58-Jährige – „gefühlte 40“, wie er lachend hinzufügt– spricht deshalb von „Impulsen“, die er als Spitzenkandidat der Tierschutzpartei im EU-Parlament (1,2 Prozent der Stimmen) geben will. Das heißt: Einzelgespräche mit Abgeordneten. Der Tierrechtler aus Saarbrücken begründete 2006 den saarländischen Landesverband und wurde ein Jahr später – „steile Karriere!“ – Bundesvorsitzender der Partei.

Eck ist seit 1998 Vegetarier und seit 2001 Veganer. Er will im Parlament als Erstes ein Tierthema ansprechen: „das Straßenhundemassaker in Rumänien“. Mitabgeordnete sollen den Druck auf die rumänische Regierung erhöhen. „Stellen sie sich vor, 750 Abgeordnete würden dem rumänischen Staatspräsidenten einen Brief schreiben.“ Zunächst aber möchte er sich eine Fraktion suchen und denkt dabei an die europäische Linke. Die Partei stelle radikalere Forderungen als die Grünen.

Der Werbekaufmann Eck will Menschen wachrütteln. „Dazu ziehe ich alle Register.“ Zum Beispiel mit selbst verfassten rockigen Protestsongs. Sein Liebling: „Wacht endlich auf“, eine Aufforderung an die Menschen, Umweltkatastrophen zu verhindern.

Um den Leuten die Augen zu öffnen, stellte sich Eck mit einem Plakat vor das ehemalige Konzentrationslager Dachau: „Für Tiere ist jeden Tag Dachau.“ Um „aufzurütteln“, sei er durch ganz Deutschland gereist. „Es gibt wenige Leute, die mit meinem Tempo und Arbeitseinsatz mithalten können.“ Seine Vorbilder: Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela. „Große Menschen, die friedlich versuchten, die Welt im Rahmen besser zu machen.“

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