Schmähplakat im Europawahlkampf

Drei Promi-Grüne attackieren Linke

Ein Bild, darauf: Sahra Wagenknecht vor Soldaten mit Kalaschnikows. Danach: Ärger im Netz. Dazu: Kritik aus den eigenen Reihen.

Macht jetzt auch in Grafikdesign: Reinhard Bütikofer. Bild: dpa

BERLIN taz | Bei den Grünen gibt es neuen Streit um den angemessenen Kurs in der Ukraine-Krise. Auslöser ist ein Wahlkampfmotiv zur Europawahl, das drei Parteipromis im Internet verbreitet hatten: Parteichef Cem Özdemir, Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und Reinhard Bütikofer, Chef der Europa-Grünen.

Die von Bütikofer verantwortete Montage zeigt die Linkspartei-Abgeordnete Sahra Wagenknecht vor Soldaten mit Kalaschnikows. Darunter steht: „Jetzt neu: Linkspartei erstmals für Auslandseinsätze!“ Eine Anspielung auf umstrittene Thesen Wagenknechts zu Putins Politik.

Was im beginnenden Europawahlkampf als derbe Attacke auf die Konkurrenz gedacht war, ging nach hinten los. Bei Facebook entlud sich ein Shitstorm gegen Göring-Eckardt. Der für den Wahlkampf verantwortliche Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner distanzierte sich auf Twitter: Er finde das Ganze „keine gelungene Aktion“ – „die niveaulosen Angriffe von einigen Linken auf uns sollten wir so nicht kontern“.

Kritik kam auch von anderen namhaften Grünen. Das Motiv sei „ein Fehler“, kritisierte Renate Künast, denn Wagenknecht entlarve sich schon selbst. Die Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl beklagte „schlechten Stil, der Grünen nicht würdig“. Andere nannten das Motiv „würdelos“, „ungrün“ und forderten, es zu stoppen. http://www.facebook.com/Cem/photos/a.10151773557782881.1073741842.36379612880/10152070349617881/?type=1Özdemir rechtfertigte das Plakat auf Facebook als „provokante Zuspitzung“ zu „schwer erträglichen Äußerungen Wagenknechts“.

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