Kommentar von JÜRGEN GOTTSCHLICH
Das Beste, was man Angela Merkel in Bezug auf die Türkei nachsagen kann, ist, dass sie das Land nicht interessiert. Das gilt auch nach dem scheinbar versöhnlichen Ende ihres Staatsbesuches. Alles, was sie zu den Verhandlungen mit der EU sagt, zielt darauf ab, die Türken zu entmutigen. Ihr Ziel ist ganz offenbar, Ankara dazu zu bringen, von sich aus die Beitrittsverhandlungen zu beenden. Auch dieses Mal verband sie ihre Formel, sie würde sich an bestehende Verträge halten, sofort mit dem Hinweis auf Zypern, wohlwissend, dass die griechischen Zyprioten ihr bester Verbündeter sind, wenn es gilt, die Türken aus der EU herauszuhalten.
Mit Maria Böhmer hat sich Merkel zudem eine Integrationsbeauftragte ausgesucht, die die mit Abstand unbeliebteste Figur seit der Einführung dieses Amtes ist. Anders als ihre Vorgängerinnen ist Böhmer keine Anwältin der Einwanderer, sondern gefällt sich darin, die Menschen in dümmlicher Weise zu belehren. Diese Integrationspolitik unter Merkel und Böhmer führt dazu, dass die qualifiziertesten türkischstämmigen Migranten Deutschland fluchtartig verlassen und stattdessen die deutsch-türkische Szene in Istanbul bereichern.
Die türkische Politik ist in den letzten Jahren deutlich selbstbewusster geworden. Erdogan ist ein Politiker, der in seinen Äußerungen oft überzieht und selten einen Fettnapf auslässt. Aber in seiner Ablehnung der Rolle als demütiger Bittsteller vor den Toren Europas ist er sich mit der großen Mehrheit seiner Landsleute einig.
Schon in zehn Jahren könnte die Zeit gekommen sein, in der Europa und Deutschland die Türkei mehr brauchen als umgekehrt. Im Rückblick wird man dann feststellen, dass es die Ära Merkel war, in der die Türkei für Europa verloren ging.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
02.04.2010 09:03 | vic
@ mühsam ...
01.04.2010 16:32 | Stefan
"Diese Integrationspolitik unter Merkel und Böhmer führt dazu, dass die qualifiziertesten türkischstämmigen Migranten Deuts ...
01.04.2010 15:13 | aso
„...Schon in zehn Jahren könnte die Zeit gekommen sein, in der Europa und Deutschland die Türkei mehr brauchen als umgekehr ...