Kolumne Trikottausch 6

Endlich: Mädchen-Feinde raus!

Wir sind durch, und die schnuckligen Franzen-Häschen auch. Und die mädchen-feindlichen Anti-Lesben aus Nigeria sind raus! Gut so!

Puh, das war knapp! Unsere Mädels gewinnen Mädchen-Schlacht von Frankfurt, schlagen beinhaart-behaarte Nigerinnen mit 1:0!

Jetzt sind WIR durch! Und die süßen Frosch-Königinnen sind auch durch (sexy 4-0 gegen Holzfäller-Kicker aus den Kolonien!). Managerin Doris Fitschen (42) kann ihr trendy Kaffee-Service (EM-Pokal von 1989!) einpacken, am Dienstag geht's zum Kaffee-Kränzchen mit den schnuckligen Französinnen (20.45 Uhr, Mädchen-Sender ZDF). Termin trotzdem vormerken! Denn: Unsere schwarz-rot-blonden Zucker-Bienen gegen black-blanc-beure (Französisch für: "schwarz-weiß-schoki") Franzen-Häschen, das wird lecker!

Gut und gerecht auch das: Nigeria und Kanada sind draußen. "Zwei Niederlagen sind eindeutig zwei Niederlagen zu viel", analysiert taz-Expertin Tania Martini (38). WIR weinen ihnen keine Träne nach! Denn: Die schärsfte Weltmeisterschaft der Welt braucht keine Girls, die ihr Gesicht hinter einer Maske verstecken müssen (wie Kolonie-Kickerin Christine Sinclair, 28)!

Und was eine Mädchen-WM noch viel weniger braucht: fiese mädchenfeindliche Teams wie Nigeria (West-Afrika). Denn WIR haben ein Herz für Süd-Afrika, Ghana (West-Afrika), Äquatorial-Guinea (Süd-West-Afrika) und Überhaupt-Ganz-Afrika, sind Afrika-Spenden-Weltmeister (3 Milliarden Euro Entwicklungshilfe!), dürfen deswegen sagen: Das geht gar nicht!

Erst lästert Nigeria-Trainerin Ngozi Uche (38) gegen süße Guini-Girls ("Das sind keine Girls"). Dann stänkert sie gegen Mädchen, die Mädchen mögen, beruft sich auf ihre Religion. Aber: Was ist dabei? WIR mögen doch auch Mädchen! Die ganze Welt mag Mädchen! Was ist das für eine irre Religion, die Mädchen-Hass predigt?

Aber die FIFA pennt, schickt die Afro-Anti-Lesben nicht zurück nach Afrika, lässt sie gegen uns "spielen". Und dann treten, kratzen, beißen diese Hass-Kickerinnen UNSERE Girls zusammen: Nadine Angerer (32), Alex Popp (21), Simone Laudehr (24)… – schlimm! Melanie Behringer (25) – ganz schlimm! Nur einer ziehen sie kein Haar: Oma Prinz (33). Nigerinnen sind abgezockt, wissen: Wenn Oma Prinz mitspielt, ist das gut für sie und schlecht für UNS, kommen beinahe damit durch.

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Liebe Mädels! WIR wollen nicht so meckern wie Tom Bartels (46, sonst nur für Deppen-Sport zuständig) im Nöl-Sender ARD oder die Live-Nörgler im Nörgel-Medium-Internet. WIR wollen auch nicht vergessen, was für einen Irrsinn die wahnsinnige Süko-Schiri Kim Dit Dat (35, nicht zu verwechseln mit Kim Ku Lig, 21) zusammengepfiffen hat. Trotzdem müssen WIR ein ernstes Wörtchen miteinander reden, vor allem über Oma Prinz (33) und Fräulein Mbabi (23).

(Aber erst ein Piccolöchen auf die Super-Vorrunde!)

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In seiner Kolumne begleitete Deniz Yücel die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011. Die Kolumnen erschienen zwischen dem 26. Juni und dem 18. Juli auf taz.de.

Von Juli 2007 bis April 2015 bei der taz. Autor und Besonderer Redakteur für Aufgaben (Sonderprojekte, Seite Eins u.a.). Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik 2011. „Journalist des Jahres“ (Sonderpreis) 2014 mit „Hate Poetry“. Autor des Buches „Taksim ist überall“ (Edition Nautilus, 2014). Wechselte danach zur Tageszeitung Die Welt.

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