unterm strich

Einen herzlichen Glückwunsch nach München: Michaela Melián, bildende Künstlerin und Bassistin der in diesen Räumen hoch geschätzen Band FSK bekommt den Publikumspreis „Online Award 2005“ der ARD Hörspieltage für ihr vom Bayerischen Rundfunk produzierte Hörspiel „Föhrenwald“. Es erzählt die wechselvolle Geschichte der 1937 in den Isarauen südlich von München gebauten Musterwohnsiedlung Föhrenwald. Sie diente zunächst als geschlossenes Arbeiterlager der nahe gelegenen Munitionsfabriken, später als Auffanglager für Kriegsflüchtlinge, bis Mitte der Fünfzigerjahre dann als Zwischenstation für ausreisewillige Überlebende des Holocaust und schließlich als Wohnsiedlung für kinderreiche heimatvertriebene Familien. Das Hörspiel schildert den Alltag der Siedlung in den verschiedenen Phasen, den Texten der Sprecher liegen Originalaufzeichnungen der Bewohner zugrunde. Michaela Malián produzierte auch die Musik (gemeinsam mit Carl Oesterhelt) und war für die Realisation verantwortlich. Die Dramaturgie entwickelte Barbara Schäfer. „Föhrenwald“ wurde im Juli 2005 von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main bereits als Hörspiel des Monats ausgezeichnet.

Interessant, interessant: Die Theaterpädagogik erlebt nach Einschätzung der Lingener Fachhochschulprofessorin Marianne Streisand derzeit einen Aufschwung. Das habe auch damit zu tun, dass sich soziale Hierarchien wieder stärker aufbauen, sagte Streisand in Lingen der dpa. „Die Theaterpädagogik liefert Arbeitsweisen, damit umzugehen“, erläuterte sie. Besonders großen Zulauf erlebe das „Unternehmenstheater“, bei dem die Mitarbeiter die Konflikte einer Firma im Rollenspiel aufarbeiten.