GEHEIMDIENST-AFFÄREN

V-Mann wurde Ku-Klux-Klan-Chef

BERLIN | Nun ist es amtlich: Der ehemalige Chef eines deutschen Ku-Klux-Klan-Ablegers, Achim S., war mehrere Jahre lang V-Mann des baden-württembergischen Verfassungsschutzes. Das geht aus vertraulichen Behördenakten hervor. Allerdings soll sein Engagement als Spitzel in der rechtsextremen NPD und der Neonazi-Skinheadszene im Herbst 2000 beendet worden sein, also just in jenem Moment als der heute 37-Jährige Achim S. von Schwäbisch Hall aus seine eigene Ku-Klux-Klan-Gruppe aufbaute: die „European White Knights of the Ku Klux Klan“.

Wie die taz im vergangenen Sommer aufgedeckt hatte, waren in dem rassistischen Geheimbund zwischenzeitlich auch zwei baden-württembergische Polizisten aktive Mitglieder. Weitere Beamte sollen sich interessiert gezeigt haben. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte einen eigenen V-Mann in dem Ku-Klux-Klan-Ableger: Thomas R. alias „Corelli“.

Wegen möglicher Querverbindungen in das Umfeld der Terrorzelle NSU und deren Opfer interessiert sich auch der Untersuchungsausschuss des Bundestags für das Thema. WOS