Proteste gegen G7-Gipfel

Eine ruhige Nacht

Weder in München noch rund um den Gipfelort Schloss Elmau kam es in der Nacht zu Zwischenfällen. Am Freitag werden die Kundgebungen fortgesetzt.

Eine Gewitterfront türmt sich in Garmisch-Partenkirchen über dem Wetterstein-Massiv auf.

Eine Gewitterfront türmt sich in Garmisch-Partenkirchen über dem Wetterstein-Massiv auf. Was sie wohl bringt? Foto: dpa

MÜNCHEN/GARMISCH-PARTENKIRCHEN dpa | Nach der großen Demonstration gegen den G7-Gipfel in München ist die Nacht zum Freitag ruhig verlaufen. Weder in München noch rund um den Gipfelort Schloss Elmau habe es besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit den G7-Protesten gegeben, teilte die Polizei mit.

In den oberbayerischen Orten Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und Krün wollen Gipfelgegner am Freitag die bereits angelaufenen Dauerkundgebungen der Gipfelgegner fortsetzen. Am Samstag ist in Garmisch-Partenkirchen eine große Demonstration geplant, am Sonntag dann ein Sternmarsch in Richtung des Tagungshotels in Elmau, den die Behörden aber mit Auflagen stark eingeschränkt haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat friedliche Demonstrationen gegen den G7-Gipfel in Bayern als Ausdruck lebendiger Demokratie gewürdigt. Zugleich verteidigte die CDU-Vorsitzende in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur das Treffen von sieben Staats- und Regierungschefs gegen Kritik an Millionen-Kosten und vagen Beschlüssen: „Die Regierungschefs der G7 müssen in einer Welt voller Konflikte die Möglichkeit haben, auf einem solchen Gipfel miteinander zu beraten“. Sie mahnte: „Wir haben in der Geschichte Europas gesehen, wohin es geführt hat, wenn nicht gesprochen wurde.“

Zehntausende Demonstranten protestieren gegen den Gipfel der großen Industrienationen USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Sie beklagen, es werde zu wenig für Klimaschutz, Hunger- und Armutsbekämpfung und Chancengleichheit getan. Fast 20 000 Polizisten sichern den Gipfel auf Schloss Elmau.

Erwartungen an Gipfel gering

Knapp drei Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt bereitet den Sicherheitsbehörden rund um Elmau der mögliche Aufmarsch von Autonomen Kopfzerbrechen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte gesagt, es würden „mindestens zwei- bis dreitausend gewaltbereite Leute“ erwartet.

Deutschland erlebt während des G7-Gipfels die umfassendste Luftraumbeschränkung seiner Geschichte. Von Sonntagmorgen bis Montagabend müssen von der Donau bei Ingolstadt bis zum Brenner in Norditalien alle Privatflugzeuge am Boden bleiben.

In der deutschen Bevölkerung sind die Erwartungen an den G7-Gipfel sehr gering. Beim Klimaschutz rechnen nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nur zehn Prozent mit Fortschritten. Bei der Krisenbewältigung in Syrien, im Irak oder in der Ukraine sind sogar nur acht Prozent optimistisch. 78 Prozent meinen dagegen, dass es bei beiden Themen keine oder nur geringe Fortschritte geben wird.

Der zweitägige G7-Gipfel beginnt an diesem Sonntag. Auf Schloss Elmau treffen sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7).

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