FILM

Zeugnis des Rassenwahns

„Vom Leben und Sterben des Ernst Lossa“ hat der 16-jährige Schüler Sina Moslehi seinen Dokumentarfilm genannt über das Euthanasieopfer genannt. Durch Zufall stieß er auf ein Foto von Ernst Lossa. Es gibt nur dieses eine von ihm. Vierjährig nahmen willige Vollstrecker_innen der deutschen „Rassenhygiene“ seinen Eltern die Kinder weg, steckten ihn als „Zigeunerjungen“ erst ins Heim, dann nach einem Gutachten als „asozialen Psychopathen“ ins Irrenhaus Kloster Irrsee. Dort wurde er von Medizinern als „rassisch minderwertig“ selektiert. Am 4. August 1944 setzten ihm Pfleger gewaltsam zwei Spritzen, an denen er 14-jährig starb. Den Psychiater Michael von Cranach und den Journalisten Robert Domes hat Sina Moslehi über Ernst Lossa befragt, im Kloster Irrsee gefilmt. Ein Film wie ein Faustschlag. Ein unmittelbares Zeugnis des NS-Rassenwahns. Jetzt zu sehen mit anschließender Diskussion.  GK

■ Mo, 28. 1., 20 Uhr, Kulturpunkt im Barmbek Basch, Wohldorfer Straße 30