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Bundesparteitag der PiratenparteiHuhu, uns gibt es noch

In Würzburg hat die Partei Stefan Körner erneut zum Bundesvorsitzenden gewählt. Jetzt wollen die Piraten wieder angreifen und aus den Umfragetiefs heraus.

dpa | Mit einer Konzentration auf ihre Kernthemen wie Datenschutz will die weitgehend bedeutungslos gewordene Piratenpartei ein Comeback und 2017 auch den Einzug in den Bundestag schaffen. „Wir wollen wieder die Partei des digitalen Wandels sein. Das wird die Agenda der nächsten zwei Jahre bis zur Bundestagswahl sein“, sagte der Bundesvorsitzende Stefan Körner am Samstag beim Bundesparteitag in Würzburg. Der 46-Jährige wurde im Amt bestätigt. Er setzte sich mit rund 76 Prozent der Stimmen gegen einen Gegenkandidaten durch.

Die Partei müsse wieder mehr Aufmerksamkeit in den Medien erreichen, sagte Körner. „Lasst uns gute Politik machen, dann kommen wir auch vor“, appellierte der Software-Entwickler. Sein Ziel sei es die Fünf-Prozent-Hürde bei den Bundestagswahl 2017 zu überspringen. „Wir wollen es 2017 in den Bundestag schaffen, um im nächsten NSA-Untersuchungsausschuss die Möglichkeit zu haben, dass auch Piraten eine vernünftige Frage stellen können“, sagte der 46-Jährige nach seiner Wahl.

Die Digitalisierung der Gesellschaft werde immer wichtiger. „Wir wollen uns als die Partei der Privatsphäre, des Datenschutzes, des transparenten Staates und des Zugangs zu öffentlichen Informationen etablieren und festigen.“

Die Piratenpartei Deutschland hatte sich 2006 gegründet und erlebte um 2012 herum einen Boom in den Medien und bei den Wählern. Seitdem nahm das Interesse kontinuierlich ab. In diesem Jahr kam die Partei bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg und Bremen nur noch auf 1,6 beziehungsweise 1,5 Prozent. Noch sind die Piraten in vier Landtagen vertreten. Insgesamt stellt die Partei mehr als 420 Mandatsträger – vom Gemeinderat bis zur Europäischen Union. Derzeit hat die Partei etwa 18.500 Mitglieder.

Die Partei habe eine gesellschaftliche Aufgabe wie einst die Grünen, sagte ihr Vorsitzender Körner. „Als die Grünen gegründet wurden, sagten viele: Von den Spinnern redet in fünf Jahren keiner mehr. Heute stellen sie einen Ministerpräsidenten und sie haben es geschafft, dass Umweltschutz ein elementares Argument in jeder politischen Diskussion ist.“ Die gesellschaftliche Aufgabe der Piratenpartei sei es nun, etwas ähnliches im Themenbereich Digitalisierung der Gesellschaft zu vollbringen.

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2 Kommentare

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  • Die Piraten haben sich zerlegt. Der Wiedereinzug in ein Parlament dürfte ihnen sehr schwer fallen.

     

    Ein Potenzial für neue Parteien ist in der Bevölkerung ja durchaus da, nur ist es bis heute keinem gelungen, dieses zu nutzen, weder der Schill-Partei, noch den Piraten oder der AfD.

  • Ich weiß nach wie vor nicht, welche Politikfelder, für die die „Piraten“ stehen, nicht bereits von anderen Parteien, insbesondere den „Grünen“, beackert werden. Sie ist, wie erwähnt, „die Partei des digitalen Wandels“ –und das war’s auch schon. Aber das Leben ist vielgestaltig und lässt sich eben nicht auf „digital“ reduzieren.

     

    „Vernetzte Parteitage“ und Allgemeinplätze, wie: „Lasst uns gute Politik machen, dann kommen wir auch vor“(in den Medien) sind kein Ersatz für konkrete Angebote an die Bürger.

     

    Ich vermute mal, die Piraten machen’s nicht mehr lange – es braucht sie keiner. Die aktivsten von ihnen werden dann wohl zu den „Grünen“ gehen, bzw. dorthin zurückkehren und "etwas frische Luft" mitbringen. Dann hätte das „Piraten“-Projekt wenigstens DIESEN Nutzen gehabt!