Spaghettimonster-Kirche in Neuseeland

Pastafaris dürfen trauen

Neuseeland erlaubt der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“, Menschen zu verheiraten. Als erste Kirche akzeptiert sie die Homo-Ehe.

Spaghettimonster erschafft Adam

Seit tausenden von Jahren existiert es schon, im Mainstream aber erst seit 2005: das Fliegende Spaghettimonster. Foto: imago/ ZUMA Press

BERLIN taz | „Der stolzeste Tag ein_e Neuseeländer_in zu sein“, kommentierte ein Pastafari. Grund für seine Freude ist, dass die neuseeländischen Behörden der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ das Recht gegeben haben, kirchliche Hochzeiten zu schließen. Das berichtet die New Zealand Gazette, die offizielle Zeitschrift der neuseeländischen Regierung. Anders als in Deutschland werden kirchliche Trauungen in Neuseeland automatisch vom Staat anerkannt, so wie in den USA oder Großbritannien.

Auf Facebook kündigte die „Spaghettikirche“ an, „lesbische, schwule, bi-, trans und intersexuelle sowie heterosexuelle Ehen zu schließen. Einfach alles was in Neuseeland erlaubt ist.“ Eine Einschränkung gibt es, nur Verbindungen zwischen Menschen seien erlaubt. Damit wird die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ im Gegensatz zu den beiden größten neuseeländischen Religionsgemeinschaften, den Anglikaner_innen und Katholik_innen, die Trauung von homosexuellen Paaren durchführen. Bereits 2013 führte Neuseeland die gleichgeschlechtliche Ehe ein.

Auf der offiziellen Homepage der Kirche berichtete eine Anhänger_in 2011, dass ihr das Spaghettimonster in einer Vision erschienen ist. Homosexuelle seien schwul oder lesbisch, weil das Spaghettimonster sie mit „Seinem Nudeligen Anhängsel“ – so ähnlich wie „die Hand Gottes“ – berührt habe. Sie seien auserwählt. Das sei der Grund, warum ihnen von den Anderen das Recht auf Ehe abgesprochen werde - aus Neid. Es sei kein Zufall, dass keine andere Religion bisher Homosexualität anerkannt habe. Diese Nische werden die Pastafari ausfüllen. Ein User kommentierte: „Wunderbar, alle Religionen sind ohnehin Märchen, also warum nicht?“

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ gründete Bobby Henderson 2005 während seines Physikstudiums als Gegenbewegung zum Kreationismus, der im Schulunterricht an Einfluss gewann. Die Glaubenslehre des Spaghettimonsters verbreitete sich in den letzten zehn Jahren weltweit. In Deutschland ist die „Kirche des Fligenden Spaghettimonsters“ ein eingetragener Verein mit Sitz im brandenburgischem Templin, wo sie wöchentlich „Nudelmessen“ veranstaltet.

 

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Wenn Sie Ihren Kommentar nicht finden, klicken Sie bitte hier.

Ihren Kommentar hier eingeben