POLITIK

Politik Jörg Sundermeier sichtet die sozialen Bewegungen in der Stadt

Am Donnerstag wird in der Baiz (Schönhauser Allee 26a, 31. 3., 20 Uhr) das wunderbare Magazin Saufen Aktuell vorgestellt, ein unverzichtbares Vademecum in Jackentaschengröße, dessen zweite Ausgabe soeben erschienen ist. Und man denke nicht, es gehe in den dort versammelten Texten um Vergnügungen und Saufgelage von Trunkenbolden, die launig erzählt werden, mitnichten, Saufen Aktuell ist das Periodikum jener, die sich der Lohnarbeit verweigern und die Negation aufs Höchste steigern. Denn Saufen ist hier harte Kopfarbeit. Die Autorinnen und Autoren der neuesten Ausgabe lesen folglich Rezepte und Anekdoten vor, kurz, sie versprechen Heilung.

Am Sonntag wird zur Mittagszeit in der Schaubühne (Lehniner Platz, 3. 4., 12 Uhr) über den modernen Antisemitismus gestritten, Carolin Ehmcke hat sich mit Daniel Cohn-Bendit, Agnes Heller und Stefanie Schüler-Springorum ein interessantes und erfahrenes Trio eingeladen, das nun unter anderem die Frage behandeln wird, warum sich die Antisemiten in Ost- und Westeuropa ausbreiten, wie sich der Antisemitismus heute geriert und wie er sich wirksam – etwa mit bildungspolitischen oder juristischen Maßnahmen – bekämpfen lässt. Da die drei recht unterschiedliche Denkansätze vertreten, wird das Podium zweifelsohne viel zu streiten haben. Anschließend ist Platz für eine Diskussion mit dem Publikum.

Am Montag dann begehen am Nachmittag die Aktivist_innen von der Hellen Panke in fachkundiger Begleitung das Marx-Engels-Forum (4. 4., 17 Uhr), das soeben seinen 30. Geburtstag feiern konnte – aber heutzutage sehr von Bauzäunen umstellt ist und auch nicht mehr ganz in der ursprünglichen Form erhalten wurde. Rolf Hecker, Katrin Lompscher und Thomas Flierl erkunden das Gelände und erläutern die Machart der Anlage sowie des Marx-Engels-Denkmals, sie zeigen die Veränderungen, die vorgenommen wurden, und stellen sich der Frage, inwieweit diese seit dem Mauerfall so umkämpfte Anlage von stadtpolitischer Bedeutung ist. Eine Denkmaltour der besonderen Art.

Am Montagabend dann wird der auch in dieser Zeitung sehr geschätzte Micha Brumlik im Gespräch mit Peter Siller in der Heinrich-Böll-Stiftung (Schumannstraße 8, 4. 4., 19.30 Uhr) erläutern, welcher politischen Strategien sich die Neue Rechte heute bedient – der Begriff „Metapolitik“, unter den Brumlik die Veranstaltung gestellt hat, zeigt, dass er die „Gedankenwelt, die die rechtsnationalistischen Bewegungen in Europa mit dem Russland Putins verbindet“ – wie er es ausdrückt –, sehr genau analysiert hat. Es wird somit ein spannender Abend werden.