Bei einem runden Tisch spricht sich Forschungsministerin Annette Schavan dafür aus, konventionelle und ökologische Agrarforschung stärker zu fördern. Ökobauern wollen Taten sehen.von THOMAS SCHMID

Kann Gentechnik einen Beitrag zur Welternährung liefern? Ja, meint Bundesforschungsministerin Schavan (CDU), Nein, meint diese Aktivistin. Bild: dpa
BERLIN taz | Sind gentechnische Methoden nötig, um die Welt zu ernähren? Diese Frage diskutierte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) gestern in Berlin mit Forschern, Landwirten, Umweltschutzverbänden und kirchlichen Organisationen. Der dritte "Runde Tisch Pflanzengenetik" erörterte unter anderem, welche Agrarforschung künftig vom Bund gefördert werden solle.
Schavan sagte anschließend, künftig müssten konventionelle und ökologische Agrarforschung sowie sozialwissenschaftliche Fragen in der Forschung stärker berücksichtigt werden. Dennoch sei Gentechnik in der Landwirtschaft unverzichtbar: "Ich bin überzeugt davon, dass gentechnische Ansätze einen Beitrag zur Welternährung leisten können."
Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft begrüßte, dass Schavan auch Agrarforschung abseits der Gentechnologie positiv bewertete. Er kritisierte jedoch, dass sich dies in bestehenden Förderungsprogrammen nicht widerspiegele: "Den Worten müssen nun Taten folgen."
Hardy Vogtmann vom Deutschen Naturschutzring übte ebenfalls Kritik. Er fordert, einen Wettbewerb zwischen gentechnischen und konventionellen Agrarsystemen zu ermöglichen. Dazu sei allerdings eine effektive Abgrenzung nötig: "In der Praxis ist das leider nicht gegeben." Jüngstes Beispiel sei die bundesweite Verunreinigung konventionellen Maissaatguts mit nicht zugelassenem Gentechmais.
Eine Diskussion um Abgrenzung und Sicherheit der Agrogentechnologie wurde gestern nicht geführt. Dies soll erst bei einem weiteren runden Tisch in einigen Monaten nachgeholt werden, laut Ankündigung unter Leitung von Staatssekretär Georg Schütte. Forschungsministerin Schavan plane nicht, sich an der Expertendebatte zur Biosicherheit persönlich zu beteiligen, hieß es. THOMAS SCHMID
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