Kommentar von MARTIN KAUL
Rund 40.000 Menschen gingen am Wochenende in ganz Deutschland gegen die Sparpläne der Regierung auf die Straße. Doch weil in Berlin auch ein Sprengsatz explodierte, der zwei Polizisten schwer verletzte, kennen interessierte Politiker und Medien nur noch ein Thema: die angebliche Zunahme linksextremer Gewalt.
Sollte es tatsächlich eine selbst gebaute Splitterbombe gewesen sein, die da am Samstag detonierte, dann ist diese Gewalt scharf zu verurteilen. Vorsicht bei der Bewertung solcher Verlautbarungen ist aber angebracht, das weiß man spätestens seit den G-8-Protesten von Heiligendamm: Damals warnte die Polizei tagelang vor "Säureattacken" auf ihre Beamte, was sich später als das Seifenblasenwasser der Clownsarmee herausstellte.
Diesmal sprechen viele Anzeichen dafür, dass der wie auch immer geartete Sprengsatz - ob nun Böller oder Bombe - kein verspäteter Silvesterscherz war. Und wer auch immer für diesen Demo-Knall gesorgt hat: Es war unverantwortlich und dumm. Nicht nur, weil dabei Menschen gefährdet wurden. Sondern auch, weil der dumpfe Knall vielen anderen die Stimme geraubt hat, die Wichtiges zu sagen hatten. Politisch ging der Sprengsatz ohnehin nach hinten los: Er gibt der - längst überhitzten - Debatte um angeblich neue Stufen linker Gewalt neues Futter und funktioniert als politischer Brandbeschleuniger.

Martin Kaul ist Bewegungsredakteur der taz. Foto: taz
Für Verschwörungstheoretiker ist die Sache klar - in ihren Augen kann nur der Staat selbst ein Interesse daran haben, mit fingierten Aktionen eigene Zwecke zu verfolgen. Andere sagen, man sollte nichts mit Verschwörungsdenken erklären, was sich nicht auch mit Dummheit erklären lässt. Vieles deutet darauf hin, dass die Sprengsatzattacke vom Wochenende auf Letzteres zurückgeht.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
15.06.2010 22:24 | anwesender demonstrant
Zum Kommentar von Martin Kaul: ...
15.06.2010 18:10 | jan schweitzer
"Die betroffenen Polizisten können schliesslich nicht gemeint sein, da sie nicht gefährdet sondern schwer verletzt und bere ...
15.06.2010 16:19 | vic
Nur um den Schriftgelehrten zuvorzukommen: