wieso die AFD am 1. Mai nun doch nicht demonstriert

Kein Kampf

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Am Dienstag gab sich der Bundesvorsitzende der Arbeitnehmer in der AfD (Aida), Christian Waldheim, noch äußerst kämpferisch: „Der 1. Mai ist nicht der Tag der Gewerkschaften, sondern der Tag der Arbeit“, sagte er der taz. Man halte trotz der angekündigten Proteste an dem Termin fest und werde wie geplant am 1. Mai eine Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt abhalten. Einen Tag später war es dann aber vorbei mit der Kampfansage. Ein Sprecher der Hamburger Polizei erklärte, dass die AfD die Aktion zum internationalen Tag der Arbeit abgesagt habe.

Seit Anfang 2015 gibt es den AfD-Ableger Aida. Ihr Slogan: „Das neue Rot der Arbeitnehmer ist blau.“ In ihrem Programm bekennen sie sich zur „sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards“. Nicht ohne zu erklären, „dass der Sozialstaat nicht der allumhegende Wohlfahrtsstaat sein kann, der sich um alle sozialen Belange seiner Bürger“ kümmere.

Die Absage der Kundgebung am 1. Mai kommt nun sehr kurzfristig. Und könnte eine Vorsichtsmaßnahme sein, denn bereits im vergangenen November scheiterte in Hamburg eine AfD-Demonstration. Am Hauptbahnhhof wurden damals rund 100 AfD-Anhänger von mehr als 1.000 Demonstranten eingekesselt.

Andreas Speit

arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland

Ein Szenario, das sich laut Felix Krebs vom Hamburger Bündnis gegen rechts am 1. Mai durchaus hätte wiederholen können. „Die AfD hätte zum wiederholten Male riskiert, mit wenigen Menschen einer deutlich größeren Zahl an Gegendemonstranten gegenüberzustehen“, sagte Krebs. „Die peinliche Abmeldung der Kundgebung zeigt, dass die AfD auch in Hamburg personell schwach aufgestellt und politisch orientierungslos ist.“