Unions-Debatte um Staatsbürgerschaft

Merkel verteidigt Doppelpass

Mehrere Unionspolitiker wollen das Ende des Doppelpasses im Wahlprogramm verankern. Die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin lehnt das ab.

Eine Frau steht an einem Pult und redet. Mit einem Finger zeigt sie nach oben.

Findet andere Fragen wichtiger: Angela Merkel Foto: dpa

HANNOVER epd | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die doppelte Staatsbürgerschaft gegen teils massive Kritik aus den eigenen Reihen verteidigt. „Ein Türkischstämmiger mit Doppelpass kann ebenso loyal zu Deutschland stehen wie ein Türkischstämmiger, der nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt“, sagte die CDU-Vorsitzende dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Mehrere Unionspolitiker hatten sich kürzlich dafür ausgesprochen, eine Abschaffung des Doppelpasses im Wahlprogramm zu verankern.

Vielmehr müsse die Frage gestellt werden, „wie wir Menschen schon möglichst früh von unserer Art zu leben, unserem Grundgesetz, unseren Werten überzeugen“, betonte Merkel. Im bevorstehenden Wahlkampf hoffe sie auf eine ernsthafte Debatte, wie Integration gelingen könne. „Das Thema Staatsbürgerschaft gehört mit dazu, aber es ist sicher nicht das entscheidende.“

Seit dem Verfassungsreferendum in der Türkei ist angesichts des Wahlverhaltens der Deutsch-Türken die Debatte um den Doppelpass wieder aufgeflammt. Unionspolitiker stellten die seit 2014 geltende Rechtslage infrage, nach der in Deutschland geborene Kinder von Ausländern in der Regel zwei Pässe behalten dürfen.

In Deutschland lebten im Jahr 2015 rund 1,7 Millionen Menschen, die neben dem deutschen Pass noch den eines anderen Landes hatten.

 

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