Hessens Landesfürst auf Abruf wird Aufsichtsratschef der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung – ausgerechnet. Hatte Koch doch zuletzt dafür gekämpft, im Bildungssektor zu sparen.von CHRISTIAN FÜLLER

Kein Herz für Bildung: Roland Koch. Bild: dpa
BERLIN taz | Roland Koch hat einen ersten neuen Job. Der scheidende hessische Ministerpräsident leitet künftig den Stiftungsrat der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Die Personalie ist pikant, denn Roland Koch hat bislang nicht gerade als Held der Themen dieser Stiftung von sich reden gemacht.
Zuletzt grätschte der Ministerpräsident öffentlich Kanzlerin Merkel in die Beine, weil die bis 2015 mehr Geld in Bildung investieren will. Koch hingegen hatte erklärt, dass angesichts der Haushaltslöcher auch im Bildungsbereich gespart werden müsse. Die Kinder- und Jugendstiftung aber ist fast ausschließlich auf diesem Feld unterwegs – sie berät Schulen und Kommunen, beim Umbau ihrer pädagogischen Strukturen.
Koch wurde nach Informationen der taz am Mittwoch zum neuen Aufsichtsratschef der Stiftung gewählt, offenbar sogar einstimmig. Koch hatte zuletzt beim 15jährigen Jubiläum der Stiftung das "Change-Management" der DKJS gepriesen. "Die Kinder- und Jugendstiftung hat Schulverwaltungen motiviert, überkommene Routinen zu durchbrechen", sagte Koch im vegangenen Jahr.
Nicht wenige im Umfeld der Stiftung sind skeptisch über die Berufung Kochs. Spätestens wenn der Ministerpräsident einen neuen Job in der Wirtschaft übernommen habe, werde er von seinem neuen Steckenpferd Bildung wieder absteigen, lautet die Kritik.
Die engagierte und manchmal unkonventionelle Leiterin der Stiftung, Heike Kahl, will den Tiger aber lieber reiten als von ihm gebissen zu werden. "Sein Ruf ist mir Wurst, er ist ein Profi", soll sie über Koch gesagt haben.
Die Stiftung arbeitet in vielen Projekten an der Schnittstelle von Verwaltung und Zivilgesellschaft, etwa im Ganztagsschulprogramm oder bei dem Programm "Lernen vor Ort", das Kommunen zu selbständigen Bildungsplanern machen will. Zu den Zielen der Stiftung gehören Chancengleichheit und effiziente Bildungseinrichtungen.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
17.06.2010 13:31 | coco price
Oder auch Herrn Schäuble, der irgandwann mal nicht mehr wusste, woher die Hundertausenden in seiner Nachttischschublade kam ...
17.06.2010 11:45 | Der Dude
Ich bin jetzt schon auf das hierauf folgende Maulaufreißen Kochs gespannt. Denn im Licht des sozialen Engagements lässt es ...
17.06.2010 11:44 | Franzbrandwein
Ist heute der 1.April?