Waschechter Skandal: Auf exakt 46.128,63 Euro beläuft sich die Januarrechnung der Telekom für einen gewissen Kai D. aus B. Dabei wollte er nur im Urlaub arbeiten.von Peter Scheibe
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Ganz so schlagfertig, wie es das Video suggerieren möchte, ist Kai D. dann aber doch nicht: Auf der Telekom-Rechnung ist ein Abrechnungszeitraum vom 1.1. bis 31.1.2010 angegeben. Diese Rechnung dürfte er in der ersten Februarhälfte erhalten haben – mehr als vier Monate vor Veröffentlichung des Videos. Genug Zeit also, um allerlei Kontakte spielen zu lassen und mit der Telekom über einen Preisnachlass zu feilschen. Anscheinend erfolglos.
Auch wenn es inzwischen heißt, sein Arbeitgeber wolle die Roaming-Kosten übernehmen, könnte man auf die Idee kommen, Kai D. versuche nun den Schaden durch Einnahmen aus redaktioneller Werbung auszugleichen: Nicht nur läuft er zu Beginn des Spots in der Rolle des vitalen Mittvierzigers demonstrativ mit Lidl-Tüten durchs Bild und lässt sich anschließend mit Apple-Produkten filmen. Auch zur Telekom schlägt Herr D. die Tür noch nicht ganz zu, sondern hantiert in Nahaufnahme mit allerlei technischen Geräten, die wohl nicht zufällig deren Logo tragen.
Besonders verwundert, dass der Spot durch den allseits bekannten Trailer von „Spiegel TV“ eingeleitet wird. Den Spiegel-Justitiaren ist zwar von einer Anfrage nichts bekannt, sie wollen aber nicht ausschließen, dass es eine Absprache auf anderer Ebene gegeben habe.
Alles andere würde auch erstaunen. Denn als die taz mal das von Kai D. geleitete Blatt in einem Kinospot einsetzte, bewies dessen Verlag noch weniger Humor als jetzt Kai D. – und produzierte nicht etwa ein „Gegen-Video“, sondern klagte.
*Name streng anonymisiert
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Leserkommentare
27.06.2010 22:55 | xyz0102
Der Mann ist köstlich! Über seinen Arbeitgeber kann man denken, was man will, aber Diekmann selbst hat einen derart selbsti ...
26.06.2010 18:23 | plus
ich mag kai d. ja eigentlich nicht,aber mit dem video hat er bei mir definitiv pluspunkte gesammelt :D
25.06.2010 22:59 | ernst
nichts ist so schlimm wie der journalistische abschaum (falls man das wort journalismus hier wirklich noch verwenden darf) ...