MENSCHENAFFEN

Patentgeschützte Schimpansen

MÜNCHEN | Das Europäische Patentamt (EPA) in München hat drei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt. Die Tiere sollen für die Pharmaforschung genutzt werden, wie aus offiziellen Dokumenten des Patentamtes hervorgeht. Die gentechnikkritische Initiative Testbiotech kündigte gemeinsam mit drei anderen Organisationen an, gegen die Patente rechtlich Einspruch zu erheben. „Es gibt gute Gründe, Tierversuche mit Schimpansen komplett zu verbieten“, sagte Testbiotech-Geschäftsführer Christoph Then. „Wer Menschenaffen zu patentierbaren Erfindungen macht, scheint jeden Respekt vor den Tieren verloren zu haben.“ Das EPA hat seit 1992 etwa 1.200 Patente auf Tiere vergeben. Unter ihnen sind auch etliche Patente auf Menschenaffen. Eines der neuen Schimpansen-Patente ging an die US-Firma Altor BioScience: Die Tiere erhalten mit technischen Mitteln ein Immunsystem, das dem des Menschen ähnlich ist. Zwei weitere Patente erhielt die US-Firma Intrexon. Versuche an Primaten und Menschenaffen unterliegen international strengen Beschränkungen. Einige EU-Länder haben Tierversuche an Menschenaffen verboten. (epd)