Nach Festnahme in der Türkei

Deutscher Tourist freigelassen

Ein Deutscher, der zu Fuß in der Türkei unterwegs gewesen war, wurde dort an der syrischen Grenze festgenommen. Nun lassen ihn die Behörden wieder laufen.

Sigmar Gabriel im Porträt

„Ein positives Signal“: Außenminister Gabriel begrüßte die Freilassung von Britsch Foto: dpa

BERLIN epd | Die türkische Justiz hat erneut einen deutschen Staatsbürger freigelassen. Der Schweriner David Britsch sei „endlich wieder zuhause in Deutschland“, teilte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstagabend auf Twitter mit. „Monate der Ungewissheit in türkischer Abschiebehaft sind damit vorbei. Das ist ein positives Signal.“

Die Welt berichtete, der 55-Jährige habe sich am Donnerstagnachmittag per WhatsApp bei seiner Frau gemeldet. „Wir sind total erleichtert und glücklich“, sagte sein Bruder der Zeitung. „Dass es nach dieser langen Zeit auf einmal so schnell gegangen ist, ist im Moment noch sehr schwer zu fassen.“

Der Bruder hatte im September der gesagt, Britsch sei nicht als politischer Aktivist, sondern als „harmloser Tourist“ in der Türkei unterwegs gewesen. „Es war nie sein Anliegen, auf Minderheiten und Verfolgte aufmerksam zu machen“, betonte er. „Vielmehr ging es ihm neben seinen persönlichen Motiven als Pilger auf Gottessuche um Mitmenschlichkeit, Frieden und Völkerverständigung.“ Der gelernte Buchbinder war der Zeitung zufolge im November 2016 losgewandert und über Breslau, Auschwitz und Bulgarien in die Türkei gelangt. Bei Antakya nahe der syrischen Grenze wurde er festgenommen.

Am Montag war die deutsche Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Untersuchungshaft freigekommen. „Auch bei Deniz Yücel muss es jetzt weiter gehen“, erinnerte Außenminister Gabriel nach der Freilassung des Pilgers in seinem Tweet an den weiter in der Türkei inhaftierten Welt-Journalisten.

.

Deniz Yücel befindet sich in türkischer Untersuchungshaft. Wie vielen JournalistInnen wird ihm Terrorpropaganda vorgeworfen.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Wenn Sie Ihren Kommentar nicht finden, klicken Sie bitte hier.

Ihren Kommentar hier eingeben