Kommentar von GEREON ASMUTH
Nun ist er also tatsächlich verurteilt worden. Der Berliner Polizist, der an Silvester 2008 einen Kleinkriminellen erschossen hat, muss zwar nicht ins Gefängnis. Die zweijährige Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Aber als Polizist wird der Mann nicht mehr arbeiten können. Das wirkt lebenslang und ist somit eine sehr weitreichende Strafe. Zumal wenn man bedenkt, dass Polizisten selbst bei härtesten Vorwürfen in der Regel ungeschoren davonkommen.
Auch die Berliner Polizei ist durch das Urteil heftig getroffen. Schließlich hat ein Beamter aus ihren Reihen einen Menschen ohne Not getötet. Doch ein Freispruch hätte der Polizei allenfalls für das Selbstbild genutzt. Bei Polizeiskeptikern hätte sich nur der Eindruck verstärkt, dass Polizei und Justiz unter einer Decke stecken.
Genau deshalb ist der Richterspruch - so makaber das klingt - eine echte Chance für die Polizei. Sie kann nun mit Fug und Recht behaupten, dass auch ihre Mitarbeiter für ihre Taten geradestehen müssen. Und nur so kann sie das notwendige Vortrauen der Bürger gewinnen.
Doch leider lässt die Polizei diese Chance für vertrauensbildende Maßnahmen ungenutzt. Berlins engagierter Polizeipräsident Dieter Glietsch behauptet trotz des Prozessverlaufs, dass es den berüchtigten Korpsgeist unter seinen Mitarbeitern nicht mehr gibt. Damit schießt er sich selbst ins Knie. Zu offensichtlich haben hier zwei Beamte versucht, ihren ballernden Kollegen zu decken, indem sie angeblich den Schuss nicht gehört haben. Rein menschlich mag es nachvollziehbar sein, wenn sich eng zusammenarbeitende Kollegen gegenseitig schützen. Aber hier ging es um die Tötung eines Menschen. Da ist kein Platz mehr für Kollegialität. Das muss ein Polizeipräsident intern wie extern klarmachen. Sonst hat seine Behörde zu Recht kein Vertrauen verdient.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
06.07.2010 17:54 | Winfried Sobottka
2 Jahre auf Bewährung sind für eine offensichtliche Hinrichtung reichlich knapp, und da die Verteidigung Rechtsmittel einge ...
06.07.2010 13:24 | blub
fairerweise muss man sagen: die staatsanwaltschaft hätte es sich einfacher machen können, indem sie die beiden kollegen von ...
05.07.2010 21:36 | Genug v. d. Sch
Ein weiterer Kommentar von Asmuth, der einen fehlenden bis nicht vorhandenen Überblick über die zu kommentierenden Belange ...