Am Samstag wollen über 150 Einrichtungen und Initiativen gegen einen Ausverkauf der Stadt demonstrieren. von SVENJA BERGT

Die erste Megaspree-Demo im Juli 2009 Bild: Reuters
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Unter dem Motto "Rette deine Stadt" ruft das Bündnis Megaspree für Samstag zum Sternmarsch auf. Der gemeinsame Nenner der rund 150 beteiligten Initiativen, Clubs und Vereine: Protest gegen eine "Stadtpolitik von oben", wie es Sprecher Mato Wilkens formuliert.
Megaspree hatte sich bereits im vergangenen Jahr gegründet. Mit dabei sind unter anderem Zwischennutzer des Spreeufers, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen, Bürgerinitiativen, die sich kritisch mit Stadtentwicklungspolitik auseinandersetzen, und linke Gruppen. An einer ersten Megaspree-Parade im vergangenen Jahr nahmen nach Angaben der Veranstalter 10.000 Menschen teil.
Auf sechs Routen sollen die Demonstranten am Samstag zum Roten Rathaus ziehen. Startpunkte sind oft Orte, deren Zukunft umkämpft ist, wie der Mauerpark und das Tacheles. "Der neue Investor steht schon in den Startlöchern, aber wir werden nicht weichen", sagte Martin Reiter vom Tacheles-Vorstand. Der Hauptgläubiger, die HSH Nordbank, will das Gelände verkaufen und strebt eine Zwangsräumung an.
Auch der Zeitpunkt des Protests ist nicht zufällig gewählt: Vor fast genau zwei Jahren sprachen sich die Einwohner von Friedrichshain-Kreuzberg in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit gegen die Bebauung des Spreeufers aus. Doch eine Umsetzung des Votums gab es bislang nicht. "Hier sehen wir die Bürgerrechte nur unzureichend umgesetzt", sagt Lotar Küpper von der Initiative "Freiheit statt Angst", der die Kreuzberger Route organisiert.
Im letzten Jahr gab es nach der Demo vereinzelt Kritik daran, dass sich der Umzug vor allem als Partyparade zeigte. Das könnte sich nun ändern: "Wir haben in diesem Jahr viel stärker inhaltlich gearbeitet als im vergangenen", sagt Tobias Trommer von der Treptower Bürgerinitiative Stadtring Süd, die gegen eine Verlängerung der A 100 kämpft. Daher werde man im Herbst wieder von dem Bündnis hören. Auch der neue Promi im Bündnis, der Love-Parade-Gründer Dr. Motte, betont seine politische Absicht: "Wenn ich mir anschaue, wie sich Berlin in den letzten Jahren entwickelt hat, bin ich schockiert", sagt er. Mit der Beteiligung an dem Bündnis wolle er seine Wut in "positive Energie umwandeln".
" ,Rette deine Stadt' heißt für uns auch ,Rette deinen Planeten' ", erklärt Frank Möller von dem Bündnis "Neue Urbanität mit Zukunft", das sich u. a. für ökologischere Stadtentwicklung einsetzt, seine Interpretation des Mottos. An eine große Wirkung der Demo glaubt er aber nicht: Der derzeitige Senat sei "so arrogant, da kommt nichts mehr an", kritisiert er. Für ihn sei der Protest daher mehr ein "Signal an künftige Regierungen".
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Leserkommentare
06.07.2010 23:30 | Thomas
Lieber Michael, es hilft nicht weiter einzelne Akteure zu schmähen, da diese "Gentrifizierer" sind. Gentrifizierung ist ein ...
06.07.2010 13:25 | max
@ michael: ...
06.07.2010 13:10 | Deutscher Michel
Na da können wir aber nur hoffen, dass Deutschland morgen ins Finale einzieht, sonst gibt es Terminprobleme. ...