Kolumne von DENIZ YÜCEL
WIR hatten einen Traum. Von einem Deutschland, das nach Himbeereis schmeckt. Von einem Sexy-Chilly-Funky-Punky-Trendy-Super-Duper-Knuddel-Wahnsinns-Zauber-Märchen-Deutschland. Einen Zauber-Traum. IHR habt ihn versaut, vergeigt, verbockt, verdurben, vergurkt! Weltmeister der Herzen waren wir schon immer, dafür können WIR uns nichts kaufen! Als Weltmeister der Herzen Weltmeister der Welten zu werden – das wär’s gewesen!
Nach der 4:0-Rausch-Party gegen Maradona (49) und seine Giga-Gauchos stand EUCH alles offen! Aber IHR vergurkt gegen eine Truppe von Halbwüchsigen! Gegen einen Haufen von Immer-nur-das-eine-Könnern! Gegen ein paar „Tiki-Tiki“-Kicker (Spanisch für... ach, egal). Dann stellt IHR euch vor UNS, lasst EUCH schamlos feiern – dafür, dass IHR schlechter seid als Rudi Völler (jetzt 50, Vize-Weltmeister 2002)! Nicht besser als Sommermärchen-Klinsi (jetzt 45, Vize-Vize-Weltmeister 2006).
taz.de sagt, warum WIR diese Söldner-Truppe, diesen Haufen verwöhnter Gurken-Bengel nie wieder sehen wollen:
Gurkuel Neuer (24): Nie im Leben hätte sich Der Titan (41, Früh-Ruhestand) so nass machen lassen! Oder Lehmann (40, Spät-Ruhestand)! Oder Enke (menschliche Tragödie). Oder René Adler (25, Rippenbruch), dessen Platz sich dieser Renten-Tragödie-Rippenbruch-Gewinnler vom FC Gurke 04 erschlichen hat!

Deniz Yücel ist Redakteur im WM-Team der taz. Foto: taz
Philipp Lahmgurke (26): Capitano muss man nicht nur sein wollen, man muss es auch können! Stattdessen: Peinliche Gurken-Heulsusen-Nummer! Kein Capitano, nur Gurkenführer!
Per Gurkenacker (25): Wo war er (196 cm), als Spanien-Puyol (32, 178 cm) uns mit dem Kopf mitten ins Zauber-Herz traf?
Arne Gurkrich (31): Und die Spreewald-Gurke (185 cm), wo war die?
Jerome Boagurk (21): Das Bundesverdienstkreuz kriegt der nie. Anders als sein Bruder Kevin-Prince (23). Aber der hätte Spanier-Ramos (24) auch zu stoppen gewusst.
Bastian Gurksteiger (25): Schießt den Ball fünfmal zur Ecke – bis Puyol nach Ecke trifft. Verräter!
Gurki Khedira (23): Talentiert, aber falsche Vorbilder: Orientiert sich an Spaniern!
Piotr Gurkowski (26): Nur dabei, weil sich eine andere Gurke in unwichtigem Spiel unnötige gelbe Karte geholt hat. Zu zehnt wären wir auch nicht schlechter gewesen!
Mesut Gürkzil (21): Wieso darf DER überhaupt für UNS spielen?
Gurkas Pogurski (25): Trifft nicht mal gegen Bochum oder Freiburg, wie soll der gegen echte Gegner treffen?
Salto-Miro Knipser-Klose (32): Kann allein inmitten dieser Gurken-Truppe nichts ausrichten. Miro, dich trifft keine Schuld!
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Toni Gurks (20): Hat das 1:0 auf dem Fuß – vergurkt!
Gurkcell Jansen (24): Erste Gurke von links, nicht der Rede wert.
Mario Gurkez (24): Wer den bringt, hat schon aufgegeben!
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Thomas Gurkmüller (20): Wer ist überhaupt dieser Gurkmüller? Und wo war er?
Jogi Gurk (50): Rezept: Mit Nobel-Designer-Pullis (199 Euro, halber Hartz-IV-Satz!) angeben, aufs Tintenfisch-Orakel hoffen. Und wenn's Probleme gibt, Wasser-Flaschen-Werfen, Mario Gurkez einwechseln. Versager!
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taz.de spricht offen aus, was nach der Schande von Durban ganz Zauber-Deutschland denkt, aber (noch!) niemand zu sagen wagt: Außer Miro (32) könnt IHR alle gehen!
"Ich dachte, die taz hätte etwas Niveau." "Die Jahreszahlen 33 bis 45 muss man Ihnen zwangsweise amputieren". "So ein Beitrag kann ja nur von einem Türken kommen." "Genie und Wahnsinn!" von Deniz Yücel
Die Linkspartei hat jetzt ihre letzte Chance, es Lafontaine nicht gleichzutun und endgültig von der politischen Bühne abzutreten. Die linken Frauen könnten sich positionieren. von Ines Pohl
Für seine Kolumnen-Reihe "Vuvuzela", die er anlässlich der Fußball-WM 2010 auf taz.de schrieb, ist der taz-Autor DENIZ YÜCEL geehrt worden. Am 23. Oktober erhält er den mit 3.000 Euro dotierten Kurt-Tucholsky-Preis 2011. Die Jury betonte: "Dabei übersteigerte er bewusst das nationalistische Element, riskierte lustige Wortspiele sowie einen überdeutlichen Stimmungsumschwung nach der deutschen Niederlage (‚Gurkentruppe‘).! Dabei habe er sich Tucholskys Maxime zu eigen gemacht: Die Satire muss übertreiben. Gratulation!
Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

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Ausgerechnet Bildungsministerin Annette Schavan? Auch sie soll bei ihrer Doktorarbeit mit dem bezeichnenden Titel „Person und Gewissen“ gemogelt und abgekupfert haben. Sehen Sie hier: Einige Vorbilder und Nachahmer ...

Leserkommentare
10.07.2010 12:08 | Xoxoxochitl
@gurkenkritiker: ...
09.07.2010 18:14 | Rekordjäger
Soso, nur noch wenige Kommentare und der Empörungsrekord über Vuvuzela #13 ("Sory liebe N****", ich sag das Wort nicht, wei ...
09.07.2010 11:08 | BiBo
Ach Kinners, ...