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taz Reisen ohne Flugzeug

So regelmäßig, wie in der taz über Flugreisen geschrieben wird, so sicher sind empörte LeserInnen-Reaktionen. Nicht zu Unrecht, denn Fliegen ist ein ökologisches Problem. Die taz Reisen in die Zivilgesellschaft bieten deshalb schon seit Jahren so gut wie alle Europa-Reisen ohne Anreise an, sodass jede/r zwischen Bahn/Bus und Flugzeug frei wählen kann. Seit diesem Jahr haben wir zudem bei allen Flugreisen einen Klimaschutz-Beitrag an die Organisation Atmosfair eingerechnet.

Natürlich ist Nichtfliegen immer noch die ökologisch bessere Variante. Aber auf internationalen Bahnstrecken gibt oft Schwierigkeiten, die das Bahnfahren zum Abenteuer machen. Ins ukrainische Odessa zum Beispiel braucht man per Bahn ab Berlin 38 Stunden. Knapp 30 Minuten Umsteigezeit in Warschau sind sportlich: Hat der Zug Verspätung, ist der Anschluss schlimmstenfalls weg – und es gibt nur diese eine Direktverbindung.

Und manche Länder sind schlicht unerreichbar per Zug. Kundenanfrage: „Kommt man nach Sarajevo auch per Bahn?“ Früher gab es eine Verbindung über Zagreb, aber bei der langen Recherche tun sich Probleme auf. Letzter Versuch: eine E-Mail an die internationale Abteilung der bosnischen Eisenbahn. Wir machen uns wenig Hoffnung. Am nächsten Morgen eine Antwort, auf Deutsch: „Leider, der Personenzug Zagreb-Sarajevo-Zagreb seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb. Viele Grüße aus Sarajevo (…) von ganzen Familie Mršo (meine Frau Nermana & Tochtern).“

Mit dem Bus sind es von Berlin nach Sarajevo 24 Stunden. Gaby Coldeway