heute in bremen

„Die Akzeptanz füreinander ist oft nicht groß“

Foto: BUND

Martin Rode, 55, ist Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes Bremen

Interview Jasmin Johannsen

taz: Herr Rode, welche Zukunft hat das Auto in der Stadt?

Martin Rode: Das Hauptproblem ist die Anzahl der Autos. Die muss in Zukunft unbedingt reduziert werden. Außerdem müssen die Autos deutlich kleiner und natürlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Die Radfahrer*innenzahlen stagnieren in Bremen. Wodurch könnte sich das ändern?

Wir brauchen einen Quantensprung in der Infrastruktur. Dazu müssen wir vor allem die Attraktivität von Radwegen verbessern. Komfortabel und breit müssen die sein, damit sich alle Fahrradfahrenden sicher fühlen.

Wo liegen in Bremen die Schwachstellen für Radfahrer*innen?

Wir haben in Bremen vergleichsweise eine umfangreiche Fahrradinfrastruktur. Trotzdem gibt es einige Probleme. Das liegt zum einen an den Radwegen. Häufig sind sie zu schmal und durch Schlaglöcher einfach schlecht befahrbar. Zum anderen liegt es mitunter an den Radfahrerenden selbst, wenn sie nicht verkehrssicher fahren und mit ihrem Verhalten sich und andere gefährden. Aber es gibt auch ein Kulturproblem: Die Akzeptanz der Verkehrsteilnehmenden füreinander ist oft nicht gerade groß.

Wie kann die Sicherheit für Radfahrer*innen verbessert werden?

Fachvorträge und politische Diskussion zum Thema „Mehr Radverkehr – für Klimaschutz und Lebensqualität“, 17 Uhr, Übersee-­Museum

Da muss bei den Fahrradwegen angesetzt werden. Eine Premiumroute oder Fahrradschnellstraße ist wohl die beste Möglichkeit. Dabei ist auch wieder die Breite wichtig. Ungefähr drei Meter bräuchte man schon, nur dann können Radfahrende mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten problemlos aneinander vorbeifahren, ohne auf die Autostraße ausweichen zu müssen. Aber auch das Halte- und Parkverhalten von Autofahrenden muss dringend stärker überwacht werden. Ich bin täglich mit dem Rad in Bremen unterwegs und stoße dabei immer auf illegal geparkte Wagen, ob auf Fuß- oder Radwegen.

Wie könnte eine bessere Aufteilung des Straßenraumes denn aussehen?

Tatsächlichen hätten wir mit der Premiumroute über das ganze Stadtgebiet viel gewonnen. So eine vergleichbare Strecke gibt es schon von der Innenstadt zur Uni, wenn auch mit einigen Abzügen. Es könnte ein Netz gelegt werden – ähnlich der Straßenbahn. Da gibt es auch schon Planungen. Das setzt aber natürlich entsprechenden Platz voraus.