SCHWEINEJAGD AUF DEM STAHNSDORFER WALDFRIEDHOF

Wildschweine zum Abschuss freigegeben

Auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin dürfen wieder Wildschweine gejagt werden. Das Schwarzwild stelle seit Jahren auf Deutschlands zweitgrößtem Friedhof ein Problem dar, sagte Kirchhofverwalter Olaf Ihlefeldt am Montag.

Allein die Schäden an Gräbern und Wegen bezifferte er mit mehreren tausend Euro pro Jahr. Nicht „reguliert“ werden könnten hingegen die weitflächigen Verwüstungen, die von durchziehenden Wildschwein-Familien verursacht werden. Aufgrund einer Ausnahmegenehmigung dürften die Jäger von Oktober bis März „nach Schließzeit des Friedhofs mit Nachdruck zum Schuss ansetzen“.

2009 seien zwölf Tiere erlegt und 20 durchziehende Rotten gezählt worden, sagte Ihlefeldt. Grund für das im Herbst zunehmende Problem seien die abgeernteten Felder. Ihlefeld verwies darauf, dass „aus Gründen der Pietät und zur Wahrung der Totenruhe“ der Gebrauch von Jagdwaffen auf dem Friedhof nur aus besonders wichtigen Gründen gerechtfertigt sei. Ziel der Bejagung sei es, den Wildbestand auf ein Minimum und einen für die Natur verträglichen Bestand zu reduzieren.

Rund 6.000 Wildschweine leben nach offiziellen Schätzungen im Stadtgebiet. Auch für Autofahrer können sie im Herbst zum Problem werden, weil sie für die Nahrungssuche Straßen überqueren. Betroffen sind laut ADAC die Heerstraße, die Königstraße nach Potsdam, die Heiligenseestraße und der Müggelheimer Damm. (epd, dpa)