BEFRAGUNG VON LEHRERN ZU VORNAMEN VON KINDERN

Vorurteile gegen „Mandy“ und „Kevin“

BERLIN | Ungleichheiten von Bildungschancen können schon mit Eintrag des Vornamens ins Standesamtsregister beginnen. Denn bestimmte Namen führen bei vielen LehrerInnen zu Vorurteilen über Fähigkeiten und Verhalten der Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Oldenburger Erziehungswissenschaftlerinnen Astrid Kaiser und Julia Kube. Wie die Internetseite bildungsklick.de gestern berichtete, wurden knapp 2.000 GrundschullehrerInnen befragt.

Von einem Großteil der Lehrkräfte werden Schülernamen eher negativ oder eher positiv wahrgenommen. Als eher freundlicher und leistungsstärker gelten im Bewusstsein von LehrerInnen Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob, während Namen wie Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit assoziiert werden. Besonders „Kevin“ hat sich als stereotyper Vorname für „verhaltensauffällige“ Schüler herausgestellt. In einem Fragebogen fand sich der Kommentar „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“.