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Saatgutkrieg in Dänemark

Der Weltmarktführer im Bereich der grünen Gentechnik, der US-Konzern Monsanto, ist bekannt dafür, dass er seine finanziellen Interessen auch mit harten Maßnahmen durchzusetzen versucht. Erinnert sei nur an den kanadischen Landwirten Percy Schmeiser, der von dem Konzern mit Schadenersatzklagen eingedeckt wurde. Der Grund war: Von Monsanto beauftragte Gendetektive hatten in Schmeisers Rapsfeldern die konzerneigenen und patentierten Gene ausgemacht. Der Vorwurf, Schmeiser habe illegal Monsanto-Saatgut verwendert. Die Genkonstrukte hätten sich aber auch durch Pollenflug in seine Pflanzen einkreuzen können. Zahlreiche andere Farmer mussten ähnliche Auseinandersetzungen führen. Jetzt zerrt Monsanto erstmals einen Sojabohnenexporteur wegen Patentverletzung vor den Kadi. Und zwar in Dänemark. Der Exporteur habe argentinische Sojabohnen nach Dänemark eingeführt, in denen das Genkonstrukt von Monsanto nachweisbar ist. Monsato geht davon aus, dass die Sojabohnen mit illegal genutzten Saatgut erzeugt wurden. Das ist auch sehr wahrscheinlich, denn nur 20 Prozent des eine Milliarde US-Dollar umfassenden Saatgutmarkts in Argentinien ist legal. Immerhin 80 Prozent werden schwarz gehandelt. Und über 90 Prozent der Soja in Argentinien stammt von Gentech-Saatgut ab, vor allem aus dem Hause Monsanto. Das Patentrecht lässt übrigens auch zu, dass die mit illegalem Soja gefütterte Kuh in hiesigen Ställen beschlagnahmt wird. Also Vorsicht, wenn mal ein Gendetektiv auftauchen sollte.

WOLFGANG LÖHR