Eine Gruppe von amerikanischen Ärzten veröffentlicht ein Video, das für vegetarische Ernährung wirbt und dabei Fastfood verurteilt. McDonald's fühlt sich auf den Schlips getreten.von MARLENE GOETZ

An den Pranger gestellt: McDonald's. Bild: screenshot/youtube.com
BERLIN taz | Dass die Amerikaner gerne Burger und Pommes essen und sowieso alles was fettig ist, ist leider nicht nur ein Vorurteil. Knapp ein Drittel der US-Bürger gelten derzeit laut zahlreichen Studien als krankhaft übergewichtig.
Das Komitee für verantwortungsvolle Medizin (PCRM, Physicians Comittee for Responsible Medicin), das aus einer Gruppe US-Mediziner besteht, will mit einem Video den Appetit auf fettige Hamburger endgültig verderben. Der 30 Sekunden lange Clip heisst „Consequences“ und zeigt eine kurze Szene im Leichenschauhaus. Es spielt Musik, die an Emergency Room erinnert, in dem kalten, bläulichen Licht liegt ein toter, dicker Mann. Seine Frau steht weinend neben ihm und ein Arzt im weißem Kittel versucht sie zu trösten.
Als die Kamera langsam um den Toten herumfährt, entdeckt der Zuschauer in seiner Hand einen angebissenen Hamburger. Plötzlich erscheinen über den fahlen Füßen des Mannes die zwei goldenen Bögen von McDonald's. Dabei sagt eine Stimme aus dem Off: "Ein erhöhter Cholesterinspiegel erhöhter Blutdruck, Herzinfarkte. Essen Sie heute Abend vegetarisch."
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Der Werbeslogan von McDonald's wurde in „I was lovin' it“ verändert. Das Fastfood-Unternehmen ist stinksauer: "Diese Werbung ist skandalös, verlogen und unseren Kunden gegenüber unfair", sagte McDonald's-Sprecherin Bridget Coffing. "McDonald's vertraut darauf, dass seine Kunden sich von dieser haarsträubenden Propaganda distanzieren und vernünftige Entscheidungen in Sachen Ernährung und Lebensweise treffen."
Die US-Mediziner, die das Video vorerst nur in Washington publizieren wollten, verteidigen den Spot. Susan Levin, Chefernährungswissenschaftlerin der Gruppe, sieht McDonald's als weltweit erkennbares Symbol: „Wir finden, dass wir etwas über alle Fastfood-Ketten sagen, wenn wir von McDonalds sprechen.“
Die PCRM-Webseite bewertet außerdem die Zutaten der verschiedenen Hamburger und bezeichnet sie in Anlehnung an das „Happy Meal“ von McDonald's als „Unhappy meals.“ Da vergeht selbst Ronald McDonald das Lachen.
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Leserkommentare
07.10.2010 16:38 | Lars B.
nein man kann nicht alles essen und auch nicht in maßen. "ach ein bisschen schadet doch nicht" doch auch ein teelöffel gift ...
01.10.2010 23:46 | CarinaBambina
Wenn ihr keine Angst vor Gesundheitsschäden habt, dann kann es mir egal sein. Jedoch ist diese Massenabschlachtung von Tier ...
30.09.2010 20:03 | Kat
@von Kostverächter: ...