Kommentar von CHRISTIAN RATH
Nicht die Kirchen, sondern die deutschen Gerichte haben einen Rüffel aus Straßburg bekommen. Zu groß ist der Freiraum, den sie der katholischen Kirche bei der Kündigung von Mitarbeitern einräumen. Dies stellte jetzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem eher vorsichtigen und zurückhaltenden Urteil fest.
Danach ist es auch künftig möglich, dass die katholische Kirche Mitarbeitern wegen Ehebruchs kündigt - vor allem, wenn diese als Seelsorger oder in leitenden Positionen eingesetzt sind. Bei anderen Beschäftigten dürfte die Kündigung künftig aber deutlich erschwert sein, weil der Straßburger Gerichtshof eine echte Abwägung der privaten Interessen der Beschäftigten fordert.
Das Urteil betrifft keine kleine Nische des Arbeitsmarkts, denn die Kirchen sind - nach dem Staat - der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Bei Caritas und Diakonischem Werk arbeiten Hunderttausende, die kein Interesse an religiöser Verkündigung haben, sondern einfach nur einen sozialen Beruf ausüben wollen.

Christian Rath ist rechtspolitischer Korrespondent der taz. Foto: privat
Hier muss der Einfluss der Kirchen noch deutlicher zurückgedrängt werden, als es der Gerichtshof für Menschenrechte jetzt getan hat. Man mag den Kirchen zugestehen, dass sie in ihren Sozialeinrichtungen christliche Vorgaben für die Ausübung des Dienstes machen - etwa dass im Altenheim gebetet wird. Dagegen geht aber das Privatleben einer Sozialarbeiterin oder eines Erziehers den kirchlichen Arbeitgeber nichts an. Die Kirche mag im Kern ein Tendenzbetrieb sein. Sie hat jedoch keinen Anspruch darauf, große Teile des sozialen Arbeitsmarkts zu Parallelgesellschaften mit eigener Moral zu erklären.
Die deutsche Justiz darf nicht länger vor den Ansprüchen der Kirchen "kapitulieren", wie Sarrazin sagen würde - wenn es um den Islam ginge.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
26.09.2010 09:48 | Mein Name
Wer aber nicht möchte, dass Krankenhäuser und Kindergärten ect. von der Kirche betriben werden, soll seine Forderungen an d ...
25.09.2010 20:11 | CDU-Mitglied
Ich darf als CDU- Mitglied auch nicht bei der TAZ arbeiten. Oder gibt es CDU-Mitglieder bei der TAZ. ...
25.09.2010 20:07 | Anna Blume
Ich bin Studentin, die nicht kirchlich ist, dennoch christliche Werte vertritt und sobald ich mein Studium abschließe werde ...