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Diese Woche frisch

Summertime BluesEs hätte eigentlich ganz nett sein können. Die Vorlage ist gut genug. Julia Clarkes Jugendbuch „Summertime Blues“ erfrischt durch seine leichte Erzählweise, selbst die Verweise an literarische Vorbilder wie den „Fänger im Roggen“ sind nicht zu aufgesetzt. Aber dann muss eine deutsche Debütantin kommen und die Geschichte in jeder Hinsicht germanisieren. Hübsche Landschaftsaufnahmen hin oder her, Protagonist Alex kommt jetzt statt aus London aus Bremen und so guckt er auch in die dörfliche englische Landschaft, wo er, ja was eigentlich – bremische Urbanität etwa? – vermisst. Wie ja überhaupt viel gestarrt wird in deutschen Filmen, da hat Marie Reich das, was hierzulande so Handwerk genannt wird, ganz gut gelernt auf der Filmhochschule. Hölzerne Dialoge, statische Kamera, lediglich die weiblichen Hauptrollen wollen überzeugen und sorgen für einige Lichtblicke. Man ist nachgerade verführt, deutschen Regisseuren die Verfilmung leichter Literatur gänzlich zu verbieten und ähnlich wie bei Tintenherz einfach auf internationales Know-how zu hoffen, damit die kleinen Schätze irgendwie ansehnlich auf die Leinwand kommen und dieses blöde Gestarre mal aufhört. Multiplexe