Künftig müssen in Israel zwei von drei Parlamentariern zustimmen, wenn es um einen Friedensvertrag mit territorialen Kompromissen geht. Sonst gibt es eine Volksbefragung.von SUSANNE KNAUL

Israelische Soldaten in den Golan-Höhen. Eine Entscheidung über einen möglichen Abzug der Truppen wird mit dem neuen Gesetz erschwert. Bild: dpa
JERUSALEM taz | Sollten sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eines Tages doch über den Frieden einigen, müsste vor dem Abzug der Truppen und der Räumung von Siedlungen das israelische Volk befragt werden. Ohne Mehrheit für territoriale Zugeständnisse ist kein Frieden möglich. Das entschied am späten Montagabend die Knesset (Parlament) mit 65 Befürwortern und 33 Gegnern.
Von dem Gesetz ist Syrien genauso betroffen wie die Palästinenser. An beiden Fronten wird eine Friedensregelung erschwert. Umfragen, die 2008 vorgenommen wurden, als Jerusalem und Damaskus mit Hilfe eines türkischen Vermittlers verhandelten, deuten auf ein klares Nein der Bevölkerung gegen den vollständigen Abzug von den Golanhöhen. Bei 70 Prozent lag damals die Zahl der Gegner eines Abzugs, dem nur rund ein Viertel der Israelis zugestimmt hätten.
Ähnlich düster sieht es mit der Kompromissbereitschaft gegenüber den Palästinensern aus. Einer jüngst von der Universität Tel Aviv vorgenommenen Befragung zufolge glauben 73 Prozent nicht daran, dass mit der Gründung eines Staates Palästina der Konflikt beigelegt werden könnte. 63 Prozent der Befragten treten dafür ein, an den meisten israelischen Siedlungen im Westjordanland festzuhalten.
"Sind Sie für oder gegen den (Friedens-)Vertrag, den die Knesset befürwortet hat?", würde die Frage bei einem Referendum in Israel lauten. Die Volksbefragung würde sich nur dann erübrigen, wenn sich 80 der 120 Parlamentarier für den Abzug aus besetzten oder annektierten Gebieten entscheiden. Das Gesetz gilt auch im Fall eines Gebietsaustauschs, wie er sich zwischen Israel und den Palästinensern abzeichnet.
Jariv Levin, Likud-Abgeordneter und Initiator des Gesetzes, schränkte indes ein, dass er mit dem Vorschlag "auf bedeutende Territorien" abgezielt habe, "nicht auf Grenzbegradigungen". Verteidigungsminister Ehud Barak mahnte: "Dies ist kein gutes Gesetz. Es bindet der Knesset die Hände." Der Chef der Arbeitspartei überließ den Genossen die freie Entscheidung.
Auch Oppositionschefin Zipi Livni kritisierte das Votum der Knesset, das auf "eine schwache Führung" schließen ließe. Netanjahu hingegen begrüßte das neue Gesetz, mit dem "ein unverantwortungsvoller Vertrag verhindert wird". Er hege keine Zweifel daran, dass jedem Friedensvertrag, den er selbst zur Abstimmung vorlege, die Zustimmung des Volkes sicher sei.
Ahmed Schafik und Mohammed Mursi haben die erste Wahlrunde beinahe gleichauf gewonnen und rüsten sich für die Stichwahl. Die Muslimbrüderschaft hofiert die ausgeschiedenen Kandidaten.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
02.12.2010 09:37 | TOM
Joseph: Und das winzige Israel ist määäääächtig groß, wenn es das noch viel winzigere Palästina sich einverleibt und damit ...
28.11.2010 20:40 | Joseph
Es geht natürlich um Sicherheit. Das winzige Israel wäre nach einer Landabgabe im Kriegsfall noch schwerer zu verteidigen. ...
25.11.2010 10:01 | max
nee titanic, für so einen quatsch kann man niemanden loben. es kann nicht darüber abgestimmt werden, ob ein völkerrechtlich ...