Kommentar von REINER METZGER
Es ist schön, dass das alte Wort "kabeln" statt des neuen "mailen" durch die Wikileaks-Enthüllungen wieder in Mode kommt. Ansonsten ist ernüchternd, dass die interne Sprache in den "Cables" in Sachen Klimapolitik genauso inhaltlicher Bullshit ist wie die nach außen abgegebenen offiziellen Statements - wenn auch in klareren Worten.
Angela Merkel verfolgt nicht eine "ernsthaft aggressive Klimapolitik", sie verkündet bloß eine. Natürlich ist die Kanzlerin führend in der Klimapolitik und hat die EU genauso wie Deutschland dazu gebracht, ambitionierte Minderungsziele bei Treibhausgasen zu verkünden. Doch da ist sie die Einäugige unter Blinden. Was passiert wirklich im Klimalande?
Da sieht es doch eher mau aus: Im Zweifelsfall zieht die Klimapolitik den Kürzeren, sei es bei der Abwrackprämie für Autos, bei gekürzten Mitteln zur Gebäudedämmung, bei einer Blockade von internationalen Flugbenzinsteuern, beim Großprojekt Regenwald statt Öl in Ecuador - und und und.

REINER METZGER ist stellvertretender Chefredakteur der taz. Foto: taz
Originell ist auch die Aussage im Diplomatenkabel, dass Merkel in Deutschland überwältigende Unterstützung für ihre Klimapolitik genießt. Denn wir lieben Bürgerklimaschützer sind nicht nur Export-, sondern auch Klimabekenntnis-Weltmeister. Die Realität: Kaum eine Nation fliegt öfter (der Kommentator inbegriffen), kaum eine fährt dickere Autos und verbraucht mehr Strom pro Kopf und Jahr (über 7.000 Kilowattstunden).
So lässt sich der Klimawandel nicht mehr stoppen und entsprechend sind ja auch die neuesten Projektionen der Klimaforscher eher im Bereich vier Grad Erwärmung als in den gerade noch in den Griff zu bekommenden zwei Grad Celsius.
Und der kalte Dezemberanfang, den wir gerade erleben? Ist das nicht ein Beweis gegen die Klima-Unkerei der Umweltschützer? Leider nein. Denn ein entgleisendes Klima bringt ja gerade größere Schwankungen mit sich. Im Schnitt wird es wärmer, aber die Extreme werden stärker. Das Wetter schaukelt hin und her wie die gekabelten Geheimdepeschen unter dem Atlantik, da braucht man kein Wikileaks dafür.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

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