Kommentar von STEFAN REINECKE
Die Reaktionen auf das Lob des Kommunismus von Linksparteichefin Gesine Lötzsch zeigen beispielhaft, wie Aufmerksamkeitsproduktion funktioniert. Ein Reizwort reicht, der Spiegel ruft Skandal, die CDU erklärt die Linkspartei zu Verfassungsfeinden. Was macht es da schon, dass die Union in vielen Kommunen zwischen Cottbus und Magdeburg mit den üblen Stalinisten lautlos zusammenarbeitet? Oder dass Lötzschs Text alles Mögliche ist, aber kein bisschen leninistisch oder antidemokratisch?
Das Wort Kommunismus ist in diesem Text ein ungedeckter Wechsel, die Tonlage ist vertraut linkssozialdemokratisch. Es gibt in der Geschichte der Sozialdemokratie unzählige solcher Texte, die mit dem historischen Ziel, der Menschheitsbefreiung anfangen, um beim öffentlich geförderten Beschäftigungssektor zu enden.
Das Problem, das dieser Text offenbart, ist nicht die mühsam kaschierte Neigung zum Totalitarismus; er erhellt vielmehr, wie sehr die Linkspartei geistig im Gestern hockt. Es wird gerne Rosa Luxemburg zitiert, die Säulenheilige, die für einen lebendigen Sozialismus ohne Blutflecken stehen soll. Man liebt vergangene Schlachten und den rheinischen Kapitalismus der 1970er Jahre, entsprechend selten werden Theoretiker des Heute zitiert. Nicht Robert Castel, nicht Chantal Mouffe.

STEFAN REINECKE STEFAN REINECKE arbeitet im Parlamentsbüro der taz. Foto: taz
Die Linkspartei denkt schlicht nicht auf der Höhe der Zeit. Die Individualisierung, die Interessensspaltungen innerhalb der Klassen, der revolutionäre Umbau der Industrie- in eine Dienstleistungsgesellschaft, der demografische Umbruch – all das kommt in diesem Weltbild nicht mal am Rande vor.
Das Problem der Partei von Lötzsch und Ernst ist nicht, dass in ihr diktatorische Energie schlummerte. Sondern dass sie es sich im Vergangenen gemütlich macht.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
08.01.2011 11:14 | hto
"... wie Aufmerksamkeitsproduktion funktioniert." ...
07.01.2011 19:05 | Hartmut Bethge
Dank des Internets, der einzig wahren Umsetzung des Artikel 19 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, habe ich mir d ...
07.01.2011 15:14 | Meister
Nun liebe TAZ, ...