Gorleben als Endlager geplant

ATOMMÜLL Indizien gefunden: Erkundungsbergwerk zum Endlager für radioaktiven Müll ausgebaut

Atomgegner finden immer mehr Hinweise, dass der Gorlebener Salzstock unter dem Deckmantel der Erkundung längst zu einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll ausgebaut wurde. Die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg verwies gestern auf einen Vermerk vom März 2009 auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums. Darin hieß es: „Insgesamt sind für das Projekt Gorleben von 1977 bis Ende 2007 Kosten in Höhe von rund 1,51 Mrd. Euro entstanden. Daraus wird deutlich, dass Gorleben bereits vor einem atomrechtlichen Planfeststellungsbeschluss in einem Umfang ausgebaut worden ist, der mit der Absicht reiner Erkundung allein nicht zu erklären ist.“

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte: „Gorleben ist größer gebaut worden, als es für die Erkundung nötig gewesen wäre.“ In einem anderen Interview hatte König die Kosten für die Erkundung eines Endlagerstandortes mit rund 400 bis 500 Millionen beziffert. Weitere 240 Millionen kostete der so genannte Offenhaltungsbetrieb des Bergwerks. Für die BI folgt daraus, dass mindestens die Hälfte der Ausgaben,700 bis 800 Mio. Euro, bereits in den Ausbau des Endlagers geflossen seien.

Zugleich drängen die Atomkraftgegner darauf, dass die alten Akten der niedersächsischen Landesregierung zur Standortentscheidung für Gorleben als mögliches Endlager endlich freigegeben werden. Der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte den Ort 1977 als Standort für ein „Nukleares Entsorgungszentrum“ benannt. Die Kriterien für diese Entscheidung wurden bislang nicht öffentlich bekannt gemacht.