Die taz ruft zusammen mit Filmemachern und Medien Irans Justiz auf, die Unrechts-Urteile gegen Panahi und Rasoulof aufzuheben. Aus Solidarität wird taz.de die Website am 11.2. grün färben.

Damals durfte er noch reisen: Regisseur Mohammad Rasoulof auf dem Hamburger Filmfest 2005. Bild: imago
Wir protestieren gegen die Verurteilung der iranischen Filmemacher Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof!
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Noch nie zuvor hat es das gegeben: Regisseure werden zu harten Strafen verurteilt, nicht weil sie einen kritischen Film gedreht hätten, sondern allein deshalb, weil sie die Absicht hatten, einen Film zu drehen. Weil die iranische Regierung annahm, dass der Film von Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof ihr nicht gefallen würde, hat sie die beiden Filmemacher jüngst zu sechs Jahren Haft, zwanzig Jahren Berufsverbot sowie zwanzig Jahren Reise- und Interviewverbot verurteilt.
Die Arbeitsbedingungen für Künstler, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten sind im Iran seit langem sehr schwierig. Doch diese Form der Zensur ist neu und sie erschüttert die Kollegen, die im Iran und anderswo für die Freiheit kämpfen, als mündige Menschen respektiert zu werden.
Neben vielen anderen fordert der iranische Regisseur Rafi Pitts die sofortige Rücknahme dieses Urteils. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hat er in einem offenen Brief dazu aufgerufen, am 32. Jahrestag der iranischen Revolution für zwei Stunden die Arbeit niederzulegen: Am 11. Februar 2011 sollen in Solidarität mit Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr europäischer Zeit über nationale und politische Grenzen hinweg alle Räder stillstehen. Es ist der erste Tag der Berlinale. Panahi wird der Einladung des Filmfestivals aller Voraussicht nach nicht nachkommen können.

Sollte eigentlich in der Jury der Berlinale sitzen: Filmemacher Jafar Panahi. Bild: dpa
Auch wir Kulturschaffende und Medienvertreter protestieren aufs Schärfste gegen das Vorgehen der iranischen Justiz und der iranischen Regierung und fordern die sofortige Rücknahme des Urteils. In Solidarität mit den Filmemachern und allen anderen kritischen Geistern im Iran werden wir unsere Webseiten am 11. Februar grün einfärben und unser Publikum über die aktuelle Situation im Iran informieren.
Machen Sie mit! Färben Sie Ihre Website ein und informieren Sie Ihr Publikum über die Situation im Iran.
taz.de-Leserinnen und Leser, die den Appell für die Freiheit der beiden Filmregisseure ebenfalls unterzeichnen wollen, können dies folgendermaßen tun: Entweder per Mail an iran@taz.de. Oder Sie hinterlassen im taz-Hausblog einen Kommentar unter dem Aufruf. Im taz-Hausblog finden sie auch eine englische Version des Aufrufes.
Die Erstunterzeichner: Thomas Arslan (Filmemacher, Berlin), Robert Bramkamp (Filmemacher, Hamburg), Ralf Fücks und Barbara Unmäßig (Vorstand der Heinrich Böll Stiftung, Berlin), Gabriele Horn (Direktorin, Kunst-Werke Berlin), Alexander Horwath (Direktor, Filmmuseum Wien), Alexander Kluge (Filmemacher und Schriftsteller, München), Ulrich Köhler (Filmemacher, Berlin), Thomas Krüger (Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn), Matthias Lilienthal (Intendant, Hebbel am Ufer, Berlin), Ali Mahdjoubi (wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, Die Grünen, Berlin), Avi Mograbi (Filmemacher, Tel Aviv), Christian Petzold (Filmemacher, Berlin), Rafi Pitts (Filmemacher, Paris), Oliver Reese (Intendant, Schauspiel Frankfurt), Claudia Roth (Vorsitzende, Die Grünen, Berlin), sauerbrey raabe (Büro für kulturelle Angelegenheiten, Berlin), Peter Weibel (Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe), Albert Wiederspiel (Leiter, Filmfest Hamburg), Hortensia Völckers (Direktorin, Kulturstiftung des Bundes, Halle/Saale), Jasmila Zbanic (Filmemacherin, Sarajevo), Spiegel Online (Hamburg), Der Standard (Wien), Cicero (Berlin), www.getidan.de (Berlin) und taz - die tageszeitung (Berlin).
Ist ja mal wieder spannend, soll hier nun davon abgelenkt werden, dass sich unter den internationalen Linken die größten Un ...
danke für diesen artikel.
Endlich eine Aktion wie ein Paukenschlag - es wäre wünschenswert, wenn da alle Zeitungen mitmachen würden. Ich lobe Sie hie ...
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