Gegen softe Politik

Rainer Einenkel wird Betriebsratschef im Bochumer Opel-Werk. Dabei war er gerade erst als Vize zurückgetreten

BOCHUM | taz ■ | Rainer Einenkel ist der neue starke Mann bei Opel Bochum. Der bisherige Stellvertreter des zurückgetretenen Betriebsratsvorsitzenden Dietmar Hahn wurde gestern mit 23 von 37 möglichen Stimmen zum neuen Chef des Gremiums gewählt. Neuer stellvertretender Vorsitzender wird der Betriebsrat Franco Biaggiotti.

Einenkel hatte erst vor einer Woche nach einem Streit um die Einrichtung einer Einigungsstelle seinen Rücktritt als stellvertretender Vorsitzender angeboten. Der 50-jährige Ex-DKPler hatte unter Druck des Gesamtbetriebsrat einer solchen Stelle zwar zugestimmt, dann aber sein Amt zur Verfügung gestellt. Das bewerten Kritiker als Taktik, um den Betriebsratsvorsitz zu erlangen, und fordern eine Neuwahl der Arbeitnehmervertretung.

Einenkel selbst sagte gestern der taz, er habe sich nicht um den Vorsitz gerissen: „Es war der Wunsch der Kollegen, dass ich antrete.“

Der Bochumer Betriebsrat sei durch die Wahl gestärkt. Für die anstehenden Verhandlungen mit dem Management kündigte Einenkel einen harten Kampf um den Standort Bochum an: „Ich habe noch nie Softie-Politik gemacht“, sagte er.