Kommentar Iran-Film auf der Berlinale: Beistand für iranische Künstler
Der Film "Nader und Simin, eine Trennung" von Asghar Farhadi zeigt die Vielfalt des Iran. Seine Auszeichnung mit dem Goldenen Bären ist ein Signal nach Teheran.
D ie Bedeutung der Aufmerksamkeit, die die diesjährige Berlinale dem Iran widmete, geht weit über eine Huldigung des iranischen Films hinaus. Die Außenwelt wird wieder einmal feststellen, dass der Iran nicht identisch ist mit dem dort herrschenden Regime. Der mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Film von Asghar Farhadi "Nader und Simin, eine Trennung" zeigt die Vielfalt einer Gesellschaft, die nach Freiheit und Selbstbestimmung durstet, die trotz permanenter Unterdrückung und Bevormundung lebendig und kreativ Widerstand leistet.
Das Regime in Teheran wird wohl wieder einmal bestätigt bekommen, dass der Versuch von nun mehr als dreißig Jahren, das Land zu islamisieren und dem Volk die eigene Auffassung vom Leben und Moral aufzuzwingen, gescheitert ist. Selbst die härtesten Repressionen, langjährige Gefängnisstrafen und Berufsverbote, Schauprozesse und Hinrichtungen vermögen nicht, den Ruf nach Freiheit zu ersticken.
Allmählich wird auch im Iran registriert, welche wichtige Rolle Literatur, Kunst und Kultur spielen. "Wir haben uns zu lange mit der Politik beschäftigt und die viel größere Gefahr, die von der Kultur ausgeht, nicht bemerkt", sagte kürzlich ein Staatssekretär im Kultusministerium. So wurden in den letzten Monaten die Repressionen besonders verschärft.
wurde 1936 in Teheran geboren. Heute lebt der Autor und Journalist in Berlin.
Eine rigorose Zensur, das Verbot kritischer Filme, Bücher und Zeitungen sollen die Gefahr einer "sanften Revolution" eindämmen. Ob das Regime durch solche Maßnahmen die Künstler zum Schweigen zwingen kann, hängt auch von der Außenwelt ab.
Das iranische Volk braucht eine Rückendeckung aus dem Ausland. Die Aufmerksamkeit, die bei der Berlinale den Filmemachern zuteil wurde, wird sicherlich die Kulturschaffenden im Iran ermuntern, weiterzumachen.
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