Bislang ist es kaum möglich, Wind- und Sonnenkraft zu speichern. Eine neue Idee sieht vor, Ökostrom in Ökogas umzuwandeln - und es ins Haushaltsnetz einzuspeisen.von STEFFI HENTSCHKE

In Zukunft soll überschüssiger Windkraftstrom in Gas umgewandelt werden. Bild: imago
BERLIN taz | Um die Energieversorgung auf Wind- und Sonnenstrom umzustellen, bedarf es vor allem eins: Stromspeicher. Nur so kann regenerative Energie unabhängig vom Wetter genutzt werden. Der Ökostrom-Anbieter Greenpeace Energy stellt nun ein Konzept dazu vor. "Unsere Idee ist es, überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umzuwandeln und diesen dann ins Gasnetz einzuspeisen", erklärt Pressesprecher Marcel Keiffenheim.
"ProWindgas" heißt die Kampagne, die im kommenden Oktober startet. Die Idee: Im deutschen Erdgasnetz ist eine Beimischung von fünf Prozent Wasserstoff, berechnet nach dem Volumen, erlaubt. Das wollen die Ökostromer jetzt nutzen. Sie wollen in der Nähe von Windkraftanlagen Elektrolyse-Anlagen errichten. Diese sollen den Windstrom nutzen, um aus Wasser den Wasserstoff abzuspalten.
Finanziert werden soll die neue Technik vollends über einen Aufpreis für die Kunden. Den genauen "ProWindgas"-Tarif kann Keiffenheim derzeit allerdings noch nicht nennen. Es werde auch eine Zeit brauchen, so sagt er, ehe ein nennenswerter Anteil an Windgas dem normalen Erdgas beigemischt sei. Der Markt aber ist da. 50 Prozent der deutschen Haushalte nutzen Erdgas.
Als Ökogasvariante gibt es bisher nur Beimischungen von Biomethan. Und Keiffenheim meint: "Die Verbraucher wollen die Energiewende." Das ließe sich seit der Katastrophe in Japan besonders beobachten. Allein bei Greenpeace Energy hätten sich binnen einer Woche die Anmeldungen verachtfacht. Mit der neuen Initiative solle auch ein Signal an die Politik gegeben werden - Ökoenergien sind gewollt, unterstützenswert und machbar.
Auch die Firma Juwi, die unter anderem Wind- und Solarparks errichtet, will in die Ökostrom-Speicherung investieren. In Kooperation mit der Firma SolarFuel soll der überschüssige Ökostrom eine Stufe weiter verarbeitet werden: Der Wasserstoff wird mit Hilfe von CO2 zu Methan, also Erdgas, aufbereitet. Dadurch sinkt der Wirkungsgrad, allerdings kann Methan im bestehenden Netz in größeren Mengen gespeichert werden. Bereits 2010 hatte die Firma SolarFuel dazu mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie- und Energiesystemtechnik eine Testanlage in Stuttgart in Betrieb genommen. Das Konzept wird am Montag vorgestellt.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
01.04.2011 13:16 | Pickus
Das mit "Strom heizen" ist ja wohl etwas am Thema vorbei. Es geht doch schlicht und eben nicht so einfach ums Speichern von ...
25.03.2011 12:11 | Hoffmann
Es ist die beste Lösung für das Speicherproblem. ...
22.03.2011 09:06 | wolf
Ich denke realistischer wäre es Gasturbinenspitzenlastkraftwerke mit in Kavernen gespeicherter Druckluft zu versorgen. Die ...