… das Bezirksamt Pankow?

Tempelhof-Unterlagen verschicken

Über Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen gibt es zahlreiche Vorurteile: Sie sind faul, bieder, nicht ganz auf der Höhe der Zeit, so das Klischee. Zumindest Letzteres bestätigte das Bezirksamt Pankow nun nachdrücklich: Ein oder mehrere Mitarbeiter verschickten statt der Pro-Reli-Stimmzettel die Unterlagen zum Volksentscheid Tempelhof von vor einem Jahr. Mit diesen Papieren kann kein Mensch mehr etwas anfangen.

Ein peinlicher Fehler. Rund 20 Bürger hätten sich inzwischen gemeldet und die richtigen Zettel angefordert, räumte der zuständige Stadtrat, Martin Federlein (CDU), am Montag zerknirscht ein. Vielleicht habe sich ein Mitarbeiter beim Eintüten vertan?

Federlein versuchte, der Sache auf den Grund zu gehen. Er stellte fest, dass die betroffenen Briefe alle am 1. April verschickt worden waren. Und hat nun noch eine andere Theorie: Handelte es sich möglicherweise um einen Aprilscherz? „Ich habe mit allen Mitarbeitern gesprochen, keiner hat sich geoutet. Ich kann mir das nicht erklären.“

Ein Aprilscherz würde das Bild des biederen Verwaltungsbeamten nun in der Tat auf den Kopf stellen. Im Namen des Bezirks die falschen Unterlagen in die Umschläge stecken, das ist ein subversiver Akt! Vielleicht war es gar bewusste Sabotage: Der Urheber hatte von dem ganzen Pro-Reli-Theater die Nase voll und machte seinem Ärger auf diese Weise Luft. Ungeahnte Energien schlummern im Bezirksamt Pankow!

Vielleicht. Vielleicht war auch einfach nur irgendwer schusselig. ALL FOTO: AP